Warum es im Lili auch mal länger dauern kann

Im „Lili“ wird seit Jahren gebaut. Aber noch immer gibt es viel Leerstand, geplante Neuvermietungen ziehen sich hin. Warum ist das so? Robert Klemm, Centermanager des Shoppingcenters, erklärt, wo die Schwierigkeiten liegen.

Warum es im Lili auch mal länger dauern kann

Rewe, Aldi, Gastronomiebetriebe — in den vergangenen Jahren konnte das Wiesbadener Shoppingcenter „Lili“ viele Neueröffnungen vermelden. Doch manchen geht es nicht schnell genug. Merkurist-Leser Björn etwa wundert sich, dass das Gebäude noch immer an einigen Orten einer Baustelle gleicht. Er fragt:

Tatsächlich wurde beispielsweise die Eröffnung des niederländischen Nonfood-Discounters „Action“ oder der Einzug des Gastronomiekonzepts „Freundeskreis“ bereits für Ende des vergangenen, beziehungsweise Anfang dieses Jahres angekündigt. Doch an den geplanten Standorten ist von den neuen Mietern noch nichts zu sehen. Warum das so ist, weiß Center-Manager Robert Klemm.

Das „Lili“ ist ein Sonderbau

„Die Bauaufsicht und die Feuerwehr haben da ganz andere Ansprüche.“ - Robert Klemm, Centermanager

„Das liegt unter anderem an der Größenordnung des Gebäudes. Laut hessischem Baurecht handelt es sich um einen Sonderbau“, sagt er. An Sonderbauten werden erhöhte Anforderungen gestellt, darunter etwa Besonderheiten beim Brandschutz. „Außerdem haben wir während der Bauarbeiten nicht geschlossen und bis zu 7000 Menschen sind zu Spitzenzeiten in dem Gebäude“, so Klemm. „Die Bauaufsicht und die Feuerwehr haben da ganz andere Ansprüche, als wenn ein Laden etwa in der Langgasse entsteht.“

Die Planungen werden außerdem immer wieder auch von den ausführenden Baufirmen durcheinandergebracht. Besonders, wenn mehrere Firmen an einer Baustelle arbeiten, könne es problematisch werden. „Wenn dann eine Firma ihre Arbeiten nicht ausführen kann, wirkt sich das auch auf die anderen aus“, erklärt Klemm. Zudem brauche es für verschiedene Sicherheitstechniken auch Fachmänner, die teilweise eine weite Anreise haben. „Alles muss passen, dass die Arbeiten dann auch starten können.“

Zeitplan und Neueröffnungen

„Die Händler sind zufrieden.“ - Robert Klemm

Mit dem bisherigen Verlauf ist Klemm trotz der Verzögerungen aber sehr zufrieden. So habe man etwa im vergangenen Juni eine stärkere Kundenfrequenz vorweisen können, als noch in der traditionell starken Weihnachtszeit 2013 — das Jahr in dem Klemm als Centermanager eingestiegen ist. „Wir sind zwar noch nicht da, wo wir hin wollen, aber sowohl ich als auch die Händler sind zufrieden. Es läuft so wie erwartet für den Standort“, so der Centermanager.

Derzeit habe man gut 90 Prozent der Ladenflächen vermietet — die noch anstehenden Neueröffnungen mit eingerechnet. Ende des Jahres könne man — mit etwas Glück — um die 98 Prozent als vermietet vorweisen. Dass dabei immer mal wieder alte Mieter aus- und neue einziehen, sei normal. „Wir haben da ja auch Erfahrungswerte. Pro Jahr wechseln im Schnitt fünf bis sechs Prozent der Mieter, bei unseren 70 Einheiten wären das drei bis vier Geschäfte“, sagt Klemm. Dass sich dadurch die Geschäfte in dem Center im Verlauf der Jahre die Klinke in die Hand geben, müsse ja nicht negativ sein, sondern würde auch den Zeitgeist der Gesellschaft wiederspiegeln.

„Ein richtiger Brocken.“ - Robert Klemm

Bezüglich der angekündigten Eröffnungen von „Action“ und „Freundeskreis“ kennt Klemm den Zeitplan. So werde man die beiden neuen Mieter wahrscheinlich ab der zweiten Aprilhälfte im „Lili“ begrüßen können. „Es sind natürlich auch keine einfachen Vorhaben. Restaurants sind immer komplizierter umzusetzen als ein Bekleidungsgeschäft. Und die ‘Action’-Filiale ist mit einer Fläche von über 800 Quadratmetern auch ein richtiger Brocken“, so Klemm. (ms)

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