Sonnenfinsternis: Tipps für Wiesbadener am Mittwoch

Auch in Wiesbaden schiebt sich der Mond am Mittwoch vor die Sonne. Wer das Himmelsschauspiel live beobachten will, sollte diese Fehler vermeiden.

Sonnenfinsternis: Tipps für Wiesbadener am Mittwoch

Am 12. August wird in Deutschland ab 19:20 Uhr und bis zum Sonnenuntergang kurz vor 21 Uhr eine partielle Sonnenfinsternis erwartet. Auf dem Höhpunkt gegen 20:14 Uhr wird die Sonne zu 88,4 Prozent vom Mond verdeckt.

Muss ich mir wirklich eine Schutzbrille kaufen?

Ja. „Während einer partiellen Phase bleibt die Sonne durchgehend so hell, dass man sie nur mit geeigneten Schutzmaßnahmen beobachten darf“, sagt Carolin Liefke von der Vereinigung der Sternenfreunde. Dazu gehöre eine Sonnenfinsternisbrille. „Auf keinen Fall sollte man zu Hausmittelchen wie Rettungsdecken, rußgeschwärzten Gläsern, Filmstreifen oder Schweißerbrillen greifen.“ Die wenigen Euro für eine geeignete Brille seien gut investiert, denn andernfalls drohten bleibende Augenschäden.

Wer noch eine Sonnenfinsternisbrille von einer früheren Finsternis besitzt, kann diese der Expertin zufolge weiterverwenden, sofern die Filterfolie unbeschädigt ist. Auch bei Optikern lassen sich die Brillen erwerben, sofern sie nicht bereits ausverkauft sind.

Gerade bei der diesjährigen Finsternis rät Liefke dazu, die Brille dicht ans Gesicht zu drücken, damit kein Streulicht von der Seite einfällt. Wichtig sei außerdem: „Sonnenfinsternisbrillen auf keinen Fall mit Ferngläsern oder Teleskopen kombinieren“, denn dafür seien spezielle Filter erforderlich.

Hier sieht man die Sonnenfinsternis am besten

Grundsätzlich ist die Finsternis überall unter freiem Himmel mit guter Sicht gen Westen zu sehen. Besonders gut eignet sich die Sternwarte Wiesbaden als Standort. Sie befindet sich auf der Martin-Niemöller-Schule in der Bierstadter Straße 47. Dort kostet die Beobachtung nur 2 Euro Eintritt. Betrieben wird die Sternwarte von einem Verein – der Astronomischen Gesellschaft Urania e. V. Wiesbaden.

Carolin Liefke von der Vereinigung der Sternenfreunde gibt weitere Tipps, wie man das Himmelphänomen am besten beobachten kann: „Ganz allgemein gilt: Die Sonne steht während der Finsternis bereits tief am Westhorizont, gerade mal eine handbreit“, sagt die Expertin. Deshalb sei vollkommen freie Sicht nach Westen beziehungsweise Nordwesten wichtig. In der Rheinebene empfiehlt Liefke einen Standort möglichst nahe am Rhein, damit der Pfälzerwald die Sicht nicht verdeckt.

Nächste vergleichbare Sonnenfinsternis erst 2048

Sonnenfinsternisse entstehen Liefke zufolge, wenn sich der Mond von der Erde aus gesehen vor die Sonne schiebt. Weil Sonne und Mond am Himmel nahezu gleich groß erscheinen, könne der Mond die Sonne vollständig bedecken. Dann spreche man von einer totalen Sonnenfinsternis. In Deutschland ist diesmal jedoch nur eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen.

„Während sich der Mond vor die Sonne schiebt, wird mehr und mehr von der Sonne bedeckt. Zuerst sieht sie wie angeknabbert aus, dann erscheint sie als Sichel“, erklärt die Expertin.

Weltweit gibt es nach ihren Angaben jedes Jahr zwei oder drei Sonnenfinsternisse, ganz selten auch einmal vier oder fünf. Für einen einzelnen Ort seien sie jedoch deutlich seltener, weil der Schatten des Mondes nur einen kleinen Teil der Erde treffe.

Demnach wird es von Deutschland aus erst 2048 wieder eine ähnlich starke partielle Sonnenfinsternis geben. Eine totale Sonnenfinsternis, die auch von Teilen Deutschlands aus sichtbar ist, steht Liefke zufolge sogar erst 2081 wieder bevor.

Sternschnuppen direkt im Anschluss

Auf die Sonnenfinsternis folgt Liefke zufolge direkt das nächste Himmelsschauspiel. „Die Perseidennacht, in der die meisten Sternschnuppen beobachtet werden können, ist die Nacht vom 12. auf den 13. August, also unmittelbar im Anschluss an die Sonnenfinsternis.“ Weil gleichzeitig Neumond sei, herrschten optimale Beobachtungsbedingungen.

Für die Beobachtung empfiehlt die Expertin einen möglichst dunklen Ort außerhalb größerer Ortschaften. „Mit dem bloßen Auge sind dann circa 60 bis 70 Sternschnuppen pro Stunde sichtbar.“ Ferngläser oder Teleskope seien dabei sogar hinderlich. Stattdessen rät Liefke zu einer Liege oder Picknickdecke – und etwas Geduld.