Erstes glutenfreie Café in Wiesbaden eröffnet

Seit Anfang Mai gibt es bei „Seidenzucker“ in Wiesbaden-Südost glutenfreies Gebäck, Brote, Macarons und vieles mehr.

Erstes glutenfreie Café in Wiesbaden eröffnet

Seit fast zwei Monaten gibt es in der Rüdigerstraße 2 ein Café für alle mit Glutenunverträglichkeit und diejenigen, die auf Gluten verzichten möchten. Außerdem könnt ihr hier seit Freitag (26. Juni) dort auch frühstücken.

Auch wenn sie selber nicht von Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) betroffen ist, war es der 37-jährigen Inhaberin und zweifachen Mutter Nihan Başer von Anfang an wichtig, qualitativ hochwertige und glutenfrei Produkte für ihre Kunden anzubieten. Seit 2021 betrieb die gelernte Kunsthistorikerin, die erst auf dem zweiten Berufsweg eine Ausbildung zur Konditorin gemacht hat, eine online Macaron-Manufaktur.

Probelauf mit Pop-Up Geschäften

Über die Webseite verkauft Nihan bis heute Macarons und weitere glutenfreie Produkte wie Croissants oder andere Süßspeisen direkt an die Kunden. Außerdem verkauft das Café auch direkt Macarons an internationale Firmen wie „Calvin Klein“ oder „Vichy“, die ihre Macarons meistens für Firmenfeiern oder Messen kaufen.

Die Inspiration für den Namen stammt aus dem Mittelalter. Damals wurde das Zuckerziehverfahren, durch welches Skulpturen aus Zucker hergestellt wurden, Seidenzucker genannt. Als Kunsthistorikerin forschte Nihan zu dem Thema.

Die Idee mit den Macarons ist Nihan während ihrer Elternzeitreise in Paris zusammen mit ihrem Mann gekommen. Dort hat sie die Macarons von Pierre Hermé, einer Pariser Konditorei, ausprobiert und war sofort begeistert. Den Geschmack und die Qualität wollte sie daraufhin nach Deutschland bringen. Macarons sind meistens von Natur aus glutenfrei, da sie auf Basis von gemahlenen Mandeln entstehen. Mit der Zeit kamen im online-Shop viele neue Produkte hinzu, weil die Kunden immer mehr glutenfreies Gebäck und später auch herzhafte Produkte forderten.

Um den besten Standort zu finden, hatte „Seidenzucker“ in den letzten Jahren zwei Pop-up-Stores in Wiesbaden Schierstein und in der Innenstadt eröffnet. Da es in der Innenstadt aber für viele Kunden zu stressig war, hat sich Nihan und ihr Team ganz bewusst abseits vom Trubel orientiert und das Gebäude in der Rüdigerstraße gefunden, in dem schon seit 100 Jahren eine Bäckerei war. Diese Location eigne sich am besten laut Nihan, weil die 170 Quadratmeter genug Platz bieten, um im gleichen Gebäude zu backen, zu verkaufen und zu verschicken.

Breite Produktpalette

Das Café in der Rüdigerstraße hat die Inhaberin seit Dezember 2025 gemietet und kernsaniert. Ab Mai werden hier drei verschiedene Brotsorten (alle mit Sauerteiganteil), Brötchen, Laugenprodukte, Zimtschnecken, Himbeerschnecken, verschiedene Kuchen, Croissants und Pain au Chocolat verkauft. Zum Trinken gibt es auch Zitronen- und Orangenlimonade, kalte und warme Kaffespezialitäten, Matcha und kostenloses, gekühltes Leitungswasser. Außerdem gibt es seit Freitag, dem 26. Juni eine Frühstückskarte. So werden jetzt auch glutenfreie Pancakes, belegte Stullen und hausgemachtes Granola mit griechischem Joghurt und Obst angeboten.

Bei den Kunden kämen bis jetzt die Kuchen, die Zimtschnecken und die Croissants am besten an, so Nihan. Ihr persönlicher Geheimtipp sind die Schokoschnecken mit Schokostückchen. Diese schmecken „wie ein sehr fettiges Schokobrötchen“, so Nihan. Da es in Wiesbaden kein anderes Café gibt, dass ausschließlich glutenfreie Waren anbietet und die Community durch die Pop-up-Stores und den online-Shop schon einen Vorgeschmack bekommen konnten, ist die Rezeption laut Nihan bisher sehr gut. Auch der Instagram-Kanal des Cafés hat schon (Stand 29. Juni) über 6000 Follower. Da das Café in einem Wohngebiet liegt, eignet es sich außerdem, anders als in der Innenstadt, für Kunden, die mit ihrem Auto anreisen wollen.

Das Gebäck wird jeden morgen ab 4 Uhr frisch gebacken. Die Produkte vom Vortag kann man außerdem am nächsten Tag zum reduzierten Preis in einer Rettertüte kaufen. Da man glutenfreie Teige anders als herkömmlichen Teig herstellen muss, weil man sie zum Beispiel meistens nicht einfrieren kann, ist die Produktentwicklung laut Nihan sehr schwierig. Ihre Mission ist es trotzdem immer, französische Patisserie auf höchstem Niveau herzustellen. Die Produkte „sollen allen schmecken und eben glutenfrei sein“, so Nihan.

Seidenzucker“ hat montags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Dienstags ist Ruhetag.