Zoll-Razzia in Wiesbaden: Verdacht auf Schleusung und Ausbeutung

Bei einer Razzia in Wiesbaden und Umgebung nahmen rund 170 Einsatzkräfte mehrere Personen fest.

Zoll-Razzia in Wiesbaden: Verdacht auf Schleusung und Ausbeutung

Wegen des Verdachts auf Arbeitsausbeutung, Schleuserkriminalität und Sozialbetrug hat der Zoll am Mittwoch bei einer großangelegten Razzia in Wiesbaden, Rüsselsheim und in Frankfurt am Main zwölf Gebäude durchsucht. Das teilen die Staatsanwaltschaft Wiesbaden und das Hauptzollamt Darmstadt in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Die Ermittlungen richten sich gegen sechs Beschuldigte im Alter von 26 bis 63 Jahren. Den drei Frauen und drei Männern wird vorgeworfen, seit 2021 Sozialversicherungsbeiträge nicht gezahlt zu haben. Außerdem sollen sie Ausländer eingeschleust und Personen ohne Aufenthaltsgenehmigung in Gewerbebetrieben in Wiesbaden und Rüsselsheim ausgebeutet haben.

Rund 170 Kräfte vom Zoll, der Polizei, den Finanzämtern und der Ausländerbehörde waren im Einsatz. Im Zuge der Ermittlungen gegen die sechs Beschuldigten nahmen die Beamten außerdem sechs Angestellte vorläufig fest, bei denen der Verdacht besteht, dass sie sich illegal in Deutschland aufhalten. Ihnen droht nun die Ausweisung oder eine Haftstrafe.

Die Ermittler sicherten umfangreiches Beweismaterial. Um die hinterzogenen Sozialabgaben auszugleichen, wurden außerdem Vermögenswerte im niedrigen sechsstelligen Bereich beschlagnahmt. Die weiteren Ermittlungen dauern an.