„Hype“ statt „Basement“: Neuer Club in Wiesbaden eröffnet

Wo früher das „Basement“ war, ist vor kurzem der neue Club „Hype“ eingezogen. Nun wird dort zu Latin und Hip-Hop getanzt statt zu Techno.

„Hype“ statt „Basement“: Neuer Club in Wiesbaden eröffnet

Im ehemaligen Techno-Club „Basement“ in der Schwalbacher Straße 47 hat ein Betreiberwechsel stattgefunden. Die Brüder Rabie und Tarek Amdouni führen hier seit einem Monat den neuen Latin- und Hip-Hop-Club „Hype“.

„Ich habe früher selbst Hip-Hop gemacht. Und man soll ja bekanntlich das machen, was man am besten kann“, erklärt Rabie Amdouni im Merkurist-Gespräch. Sein Bruder Tarek fügt hinzu: „Meine Kunden im ‘City Späti’ in der Altstadt haben immer wieder gesagt, wie sehr sie einen echten Hip-Hop-Club in der Stadt vermisst haben.“ Sie werden aber gleichermaßen Latin, Afrobeats, Dancehall oder Urban Beats abspielen, ergänzen die beiden. „Wir wollen uns ein bisschen abheben und etwas Neues machen in Wiesbaden.“

Wechsel kam für viele unerwartet

Gegenüber Merkurist erzählen sie, dass es tatsächlich schon mehrfach vorgekommen sei, dass Gäste an der Tür standen, die eigentlich ins alte „Basement“ wollten, um zu Techno zu feiern. „Aber viele sind dann trotzdem hier geblieben und hatten eine tolle Nacht“, erzählt Rabie Amdouni.

„Die hatten sich nie verabschiedet. Natürlich haben dann viele gefragt, was los ist“, erzählen die beiden Brüder. Tatsächlich hatte der letzte Instagram-Post des Vorgänger-Clubs nur eine kurzfristige Schließung wegen Umbaus suggeriert. „Dabei hatten wir da den Laden schon längst übernommen“, sagen sie. Das „Basement“ hätte sich finanziell nicht mehr getragen und da hätten sie ihre Chance auf ihren ersten eigenen Club ergriffen und die Fläche übernommen. Mittlerweile ist alles renoviert und das „Hype“ in Betrieb.

Eintrittspreis oft unter zehn Euro

Die Wiesbadener Clubszene scheint den Brüdern aus Klarenthal am Herzen zu liegen. „Es ist doch traurig, dass man in Wiesbaden fast nirgends echtes Club-Feeling bekommt“, beklagt Rabie. Das benachbarte „Wohnzimmer“ etwa sei mehr ein „Tanzlokal“. Im „Hype“ koste der Eintritt maximal zehn Euro, Frauen kämen bis 24 Uhr sogar oft kostenlos rein. Auch Longdrinks seien für unter zehn Euro zu haben. Das „Hype“ soll so auch für ein jüngeres Publikum zugänglich bleiben.

Die Schuld für die geringe Clubdichte in Wiesbaden sehen Rabie und Tarek bei Politik und Verwaltung: „Die Stadt möchte alles, was irgendwie mit Musik und Feiern zu tun hat, aus der Innenstadt raus haben“, denken sie. Als Beleg führen sie die lange Wartezeit auf ihre Ausschanklizenz an. Auch dafür, dass in der Kurstadt alle Clubs spätestens um fünf Uhr schließen müssten, haben sie wenig Verständnis.

Dennoch bewerten sie ihren ersten Monat als Erfolg. Die Eröffnung zum Tanz in den Mai sei „Bombe“ gewesen. Jedes Wochenende kämen neue DJs. Man vermiete die Fläche auch an Veranstalter. Regulär geöffnet hat der Club immer freitags, samstags und vor Feiertagen ab 23 Uhr.