So funktioniert die offizielle Corona-Warn-App

Seit Dienstag steht das Programm zum kostenlosen Download bereit

So funktioniert die offizielle Corona-Warn-App

Auf kaum eine App haben so viele Wiesbadener je so sehr gewartet, wie auf die offizielle Corona-Warn-App der Bundesregierung. Seit Dienstagmorgen steht sie zum Download für Smartphones mit den Betriebssystemen Android und iOS zur Verfügung. Die Entwicklung und Einführung hat einige Wochen gedauert - Kritiker fürchteten, dass sie durch die Software ausspioniert werden könnten. Doch der eigentliche Sinn des Programms ist es, die Nutzer vor möglichen Corona-Infektionen zu warnen.

Je mehr, desto besser

Dabei gilt: Je mehr Handybesitzer sich die kostenlose App herunterladen, desto zuverlässiger werden die Warnungen. Laut einer Studie der Oxford University, müssten sich mindestens 60 Prozent aller Deutschen die App herunterladen und nutzen, damit sie als zuverlässig gelten kann. Zudem müssen Angaben, die in der App gemacht werden, auch wahrheitsgemäß sein. Denn: Ob man selbst positiv auf Corona getestet wurde, muss man in der App manuell angeben. Sie informiert dann alle anderen Nutzer, die sich während der ansteckenden Inkubationszeit für längere Zeit in der unmittelbaren Nähe des Erkrankten aufgehalten haben - ohne den Namen des Patienten preiszugeben. Stattdessen werden unter den Handys nur zufällig erstellte Codes ausgetauscht. Die Begegnungen werden nur auf dem eigenen Smartphone gespeichert und nicht zentral.

Dafür müssen Nutzer nach dem Download der App die Funktion „Risiko-Ermittlung“ freischalten. Dann verbindet sich das Gerät via Bluetooth automatisch mit anderen, wenn sich die Smartphones in die Nähe kommen, etwa in der Hosentasche oder in der Hand. Das kann zum Beispiel während einer Busfahrt, an belebten Orten wie auf dem Mauritiusplatz in der Innenstadt, beim Restaurantbesuch oder auf einer Sitzbank im Park geschehen. Im Gegensatz zu anderen Apps, die bereits im Ausland genutzt werden, speichert die deutsche Version jedoch nur ab, dass es eine Begegnung gab - nicht den Ort, an dem es zu dem Aufeinandertreffen kam. Wo eine mögliche Ansteckung passiert sein könnte, erfährt also auch der Nutzer selbst nicht.

Nutzung ist freiwillig

Ziel ist es, die App-Nutzer auf konkrete Ansteckungsrisiken hinzuweisen. Wenn die App eine Warnung ausspricht, können gezielt Corona-Tests durchgeführt werden. Dabei können die Warnungen durch die Technik schneller und konkreter ausgesprochen werden, als bei der manuellen Erfassung von zum Beispiel Restaurantbesuchern. Ersetzen wird die App die Ausfüllbögen in der Gastronomie aber vorerst nicht. Zudem ist sie keine verpflichtende Maßnahme zur Eindämmung des Corona-Virus, sondern eine freiwillige Ergänzung zu den bisher geltenden Vorschriften. (ms)

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