Corona-App soll kommende Woche vorgestellt werden

Über eine App soll man eine Corona-Infektionskette nachverfolgen können und im Fall eines infizierten Kontakts informiert werden. Aber wann kommt die App, was kann sie und sollte man sie downloaden?

Corona-App soll kommende Woche vorgestellt werden

Der Begriff „Corona-App“ schwirrt schon seit Beginn der Pandemie immer wieder in den Medien herum. Doch nun scheint es konkret zu werden: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erklärte, dass die App in der kommenden Woche vorgestellt werden solle. Doch was steckt hinter der App und was kann sie?

Wie funktioniert die Corona-App?

Die Corona-App ist eine sogenannte Tracing-App (Rückverfolgung). Sie soll mit der Technik Bluetooth-Low-Energy den Abstand zwischen Personen messen und ermöglichen, dass sich das Smartphone die Kontakte anonym merkt. Dafür tauschen die Geräte untereinander temporäre verschlüsselte Identitäten aus. Das alles geschieht von den Nutzern unbemerkt.

Wird ein Nutzer positiv auf das Coronavirus getestet, kann er dies freiwillig in der App vermerken. Dann werden die anderen Nutzer informiert, die eine bestimmte Zeit lang in der Nähe des Infizierten waren, denn die App hat sich ja die Kontakte mit anderen Nutzern gemerkt.

Ist die App zuverlässig?

Hier gilt: Je mehr Menschen die App nutzen, desto engmaschiger können Kontakte kontrolliert, beziehungsweise zurückverfolgt werden. Dadurch bekommen Nutzer die Möglichkeit, sich selbst zu schützen, aber auch eine Ansteckung von Angehörigen zu verhindern. Denn wer die App nicht nutzt, bekommt natürlich auch keine Informationen darüber, ob er mit Erkrankten in Kontakt war.

Was ist mit dem Datenschutz?

Die Bundesregierung erklärt dazu: „Die Bundesregierung verfolgt bei der Entwicklung der Corona-Warn-App einen Ansatz, der auf Freiwilligkeit beruht, datenschutzkonform ist und ein hohes Maß an IT-Sicherheit gewährleistet. Im Infektionsfall wird die entsprechende Nachricht anonym an die Kontaktperson verschickt.“

Warum kommt die App so spät?

Andere Länder benutzen eine ähnliche App schon seit Langem. Die deutsche Version soll übrigens auch mit den Versionen anderer Länder kompatibel sein. Ist ein Kontakt mit anderer App erkrankt, bekommen Nutzer in Deutschland also trotzdem einen Hinweis.

Der Grund für die lange Dauer bis zur Einführung ist einem gewissen Perfektionismus geschuldet. Spahnt betonte, die App solle vor ihrem Erscheinen sehr strenge Vorgaben beim Datenschutz aber auch bezüglich Energieeffizienz erfüllen. Der Gesundheitsminister befürchtet, dass niemand die App nutzen würde, wenn sie etwa den Akku des Handys schnell leerziehen würde. Daher habe man zuletzt vor allem an der Energieeffizienz des Programms gearbeitet. Sobald die App verfügbar ist, will die Bundesregierung diese aktiv bewerben. (mo)

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