Nach Absage von „Lore im Garten“: So geht es jetzt weiter

An zwei Tagen hätte das Festival „Lore im Garten“ am Schloss Freudenberg stattfinden sollen. Doch das Umweltamt erteilte keine Genehmigung. Wie es jetzt weiter geht.

Nach Absage von „Lore im Garten“: So geht es jetzt weiter

Es sollten „unvergessliche Feste voller Liebe und Kreativität“ werden. Die „Gesellschaft Natur & Kunst“ hatte monatelang ihre „Lore im Garten“-Festivals für den 18. Juni und 30. Juli am Schloss Freudenberg geplant. „Wir haben Herzblut und Schweiß investiert, unser ganzes künstlerisches Kapital. Haben Anpassungen am Konzept vorgenommen für Sicherheit, Brandschutz, Luft- und Lärmschutz. Immer verbunden mit Abstrichen an der Unbeschwertheit und wachsendem finanziellen Mehraufwand“, so die Veranstalter. Doch dann die Absage: Das Umweltamt der Stadt Wiesbaden genehmigte die Festivals nicht.

Der Grund: Die Festivals waren mitten in der Vogelbrutzeit angesetzt. „Das Umweltamt konnte und durfte diese aus Gründen des Natur- und Artenschutzes nicht genehmigen“, so die Stadt Wiesbaden. Schon bei einer nur halbstündigen Begehung seien vierzehn verschiedene heimische Vogelarten direkt auf oder in unmittelbarer Nähe der geplanten Bühnenstandorte gesichtet worden. Zudem sei das Areal Lebensraum für Eichhörnchen, Bilche, Fledermäuse und Rehwild, die sich bis Juli ebenfalls noch in der Brut- und Setzzeit befänden. „Musik in Konzertlautstärke und ein Besucheraufkommen von bis zu 500 Personen würden diese Wildtiere zu diesem Zeitpunkt erheblich beeinträchtigen und wäre nicht im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben des Natur- und Artenschutzes.“

Weitere Chance im September

Zudem teilt die Stadt auf Merkurist-Nachfrage mit: „Der Antrag auf Genehmigung der Veranstaltung ging erst am 18. Mai bei der Unteren Naturschutzbehörde ein. Leider enthielt dieser keinerlei Hinweis auf natur- oder artenschutzfachliche Maßnahmen.“ Eine Vorabstimmung mit der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde (UNB) habe nicht stattgefunden. Wäre die UNB früher eingebunden gewesen, hätte man eine Lösung erarbeiten können, „wie, wann und mit Hilfe welcher Schutzvorkehrungen der Veranstalter die Veranstaltung in einem naturverträglichen Rahmen hätte durchführen können“, so die Stadt.

Das endgültige Aus für die Veranstaltung soll das aber noch nicht sein. „Ein Runder Tisch zum Gespräch mit den Verantwortlichen in den Ämtern ist gedeckt, bei dem alle Gesichtspunkte miteinander abgestimmt werden, sodass wir am 24. September im Schlossgarten hoffentlich ein neues Fest feiern können“, so das Schloss Freudenberg.

Auch die Stadt Wiesbaden teilt nun mit, dass man gemeinsam ausloten wolle, ob, wie und wann die Veranstaltung „naturverträglich stattfinden“ könne. Gespräche solle es bereits kommende Woche geben, so Umweltamtsleiter Dr. Klaus Friedrich. Im September sei die Brut- und Setzzeit der heimischen Wildtiere beendet und der Zeitpunkt für eine Veranstaltung geeigneter. „Auch dann müssen jedoch Lautstärke und Beleuchtung an die Umgebung angepasst und der Schutz der Grünbestände gesichert werden.“

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