Social-Media-Verbot für Kinder? Debatte in Wiesbaden

Sollte Social Media für Kinder verboten werden? Im Schloss Freudenberg in Wiesbaden wird darüber diskutiert. International gibt es bereits erste Erfahrungen mit solchen Verboten – mit gemischtem Erfolg.

Social-Media-Verbot für Kinder? Debatte in Wiesbaden

Sollte es ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche geben? Über diese kontroverse Frage wird am Samstag (14. September) im Schloss Freudenberg in Wiesbaden diskutiert. Die Veranstaltung ist Teil des „Forums für Gegenwartsfragen“ und lädt alle Interessierten zu einem besonderen Dialog ein. Im Mittelpunkt des Abends steht die Frage: „Wie geht es Dir mit einem Social-edia-Verbot für Kinder & Jugendliche?“

Das Besondere an dem Forum ist die Vorgehensweise. Wie die Veranstalter mitteilen, sollen die Teilnehmer in Vierergruppen zusammenkommen. Jede Person erhält vier Minuten Redezeit, während die anderen nur zuhören. Ziel sei es nicht, das beste Argument zu finden, sondern die eigene Perspektive zu teilen und die Position der anderen zu verstehen. So soll ein hierarchiefreier und respektvoller Austausch entstehen.

Offener Dialog für alle Interessierten

Die Veranstaltung, die von 18 bis 20 Uhr stattfindet, richtet sich an Schulklassen, Pädagogen, Eltern und alle, die sich für das Thema interessieren. Auch Staatssekretärin Katrin Hechler (SPD) aus dem Hessischen Sozialministerium wird teilnehmen. Die Teilnahme ist kostenlos, eine verbindliche Anmeldung ist jedoch erforderlich. Für die Verpflegung mit einer Suppe und Getränken ist gesorgt.

Zur thematischen Einstimmung bietet das Schloss Freudenberg zudem eine Broschüre mit dem Titel „Taschenanruf“ an. Darin werden die Leser angeregt, über den eigenen Umgang mit Smartphones und sozialen Medien nachzudenken, etwa mit der Frage: „Wofür schaue ich auf mein Handy?“

Blick nach Europa und weltweit

Die Debatte in Wiesbaden findet vor dem Hintergrund internationaler Entwicklungen statt. In Frankreich wurde ein bereits beschlossenes Gesetz, das Social Media für unter 15-Jährige verbieten sollte, kürzlich vom Verfassungsrat gekippt. Die Richter stuften das Verbot als einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Meinungs- und Kommunikationsfreiheit ein.

In Australien, wo ein Verbot für unter 16-Jährige bereits in Kraft ist, fallen die ersten Bilanzen ernüchternd aus. Eine Umfrage der Regierung drei Monate nach Einführung ergab, dass die meisten Minderjährigen ihre Konten weiterhin nutzen. Einige weichen demnach auf Plattformen ohne Altersgrenzen aus oder umgehen die Kontrollen.

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