Keine generelle Quarantäne nach Corona-Fall in Wiesbadener Kita

Nachdem ein Kind einer Wiesbadener Kita positiv auf das Coronavirus getestet wurde, wurde die Einrichtung geschlossen. Trotzdem mussten die Kinder aus anderen Gruppen nicht in Quarantäne. Warum eigentlich?

Keine generelle Quarantäne nach Corona-Fall in Wiesbadener Kita

Wie am 15. März bekannt wurde, gab es in der städtischen Kindertagesstätte in der Schlangenbader Straße in Wiesbaden einen Corona-Fall. Nachdem das fünfjährige Kind die Kita zuletzt am 5. März mit grippalen Symptomen besucht hatte, wurde die Kita am 12. März — und damit vier Tage vor den hessenweiten Kita-Schließungen — geschlossen. Doch im Anschluss wurden offenbar kaum Kinder auf das Coronavirus getestet. Auch häusliche Quarantäne wurde nicht angeordnet.

Dabei besuchen fast 100 Kinder die Einrichtung in der Schlangenbader Straße. Dort Kontakte zwischen den Kindern, auch über die Grenzen der eigenen Gruppe hinweg, auszuschließen, ist nicht möglich. Das sagt auch Kaschlin Butt, die Leiterin des Wiesbadener Gesundheitsamtes.

„Es gab zu viele Kontakte und wir haben die Einrichtung ganz geschlossen.“ - Kaschlin Butt, Leiterin Gesundheitsamt

„Wir haben zunächst über Gruppenschließungen nachgedacht“, erklärt sie. „Aber dann haben wir schnell erkannt, dass man das nicht regeln kann und es zu viele Kontakte gab. Daher haben wir die Einrichtung ganz geschlossen.“ In Quarantäne kam daraufhin aber nur das positiv getestete, fünfjährige Kind und die Kinder, die in der gleichen Gruppe waren. Die Eltern der anderen Kinder wurden lediglich durch einen Infobrief darüber aufgeklärt.

Darin habe sinngemäß gestanden, dass die Eltern ihre Kinder genau beobachten sollen. Hätte eines der Kinder Symptome entwickelt, wäre es sofort getestet und in Quarantäne gebracht worden. Mit dem betroffenen Kind und seiner Familie habe das Gesundheitsamt dagegen in engem Kontakt gestanden. „Dass sich nun einige Eltern fragen, warum ihre Kinder nicht in Quarantäne kamen, könnte daran liegen, dass nicht alle Briefe angekommen sind oder richtig verstanden wurden“, denkt Butt.

„Bislang hat sich keine Familie aus diesem Umfeld bei uns gemeldet.“ - Kaschlin Butt

Immerhin: „Bislang hat sich keine Familie aus diesem Umfeld bei uns gemeldet“, sagt Butt. „Wie es scheint, konnte die Infektionskette unterbrochen werden.“ Das Gesundheitsamt habe dafür in verschiedene Kontaktgrade unterschieden und entsprechende Maßnahmen nach den damaligen Vorgaben ergriffen. „Die Maßnahmen und Bedingungen ändern sich aber auch sehr schnell“, erklärt Butt. Dazu zählte aber auch viel Aufklärungsarbeit und einige Eltern berichten, dass sie ihre Kinder ohnehin vorsorglich und freiwillig in häuslicher Quarantäne behielten. (nl)

Logo