Im sommerlichen Veranstaltungskalender der Stadt Wiesbaden ist das Hafenfest in Schierstein eine besondere Attraktion. Das Veranstaltungsprogramm lockt in jedem Jahr Menschen aus der gesamten Region in den Hafen. Ein besonderer Höhepunkt ist der illuminierte Bootskorso am Samstag (11. Juli, Beginn 22:30 Uhr), organisiert vom Wassersportverein Schierstein 1921 e.V. (WVS).
Der WVS musste jedoch kürzlich die Wiesbadener Drachenbootregatta im Schiersteiner Hafen absagen. Grund waren Berichten zufolge der Algenbewuchs und die schlechte Wasserqualität, die keine regulären Wettkampfbedingungen zuließen. Aufgrund des niedrigen Pegelstandes im Rhein und der intensiven Sonnenbestrahlung haben sich zwischenzeitlich weder die Wasserqualität verbessert noch ist der Algenbewuchs zurückgegangen. Getrieben wird das Algenwachstum durch den relativ hohen Gehalt an Pflanzennährstoffen im Rhein und durch den Zufluss des Lindenbachs. Zusätzlich tragen auch Stickoxide (NOₓ) in der Luft messbar zur Belastung von Gewässern bei.
Dauerproblem Algenbewuchs
Nun stand die Frage im Raum, ob das Hafenfest stattfinden kann, ob es Beeinträchtigungen für die Ausrichtung des Hafenfestes geben werde. Nach Auskunft der Pressestelle der Stadt Wiesbaden findet das Hafenfest vom 10. bis 14. Juli 2026 auf jeden Fall statt. Zu möglichen (Geruchs-)Belästigungen durch die schlechte Wasserqualität äußert sich die Pressestelle nicht.
Der Wassersportverein Schierstein hatte bereits mit anderen wassersporttreibenden Vereinen kurz- und langfristige Lösungsansätze besprochen. Darunter den Einsatz eines Mähbootes, Öffnung des Hafenbeckens zum Rhein, die Einträge durch landwirtschaftliche Nutzung verringern sowie das Ausbaggern des Hafenbeckens.
Was unternimmt die Politik?
Der Ortsbeirat Schierstein hatte 2025 Proben des Hafenwassers untersuchen lassen. Die Ergebnisse lägen dem Umweltamt der Stadt Wiesbaden vor, heißt es. Laut Pressestelle Wiesbaden haben die Stadtverwaltung das Regierungspräsidium Darmstadt, das Wasser- und Schifffahrtsamt, das Amt für ländlichen Raum sowie das Sportamt und das Umweltamt der Stadt Wiesbaden inzwischen unter anderem die von den Vereinen erörterten Lösungen besprochen. Nun bleibt abzuwarten, zu welchen Ergebnissen man kommen wird und welche Maßnahmen in Zukunft getroffen werden.