Die Frage einer Merkurist-Leserin erlangte zuletzt schnell Aufmerksamkeit: „Warum fährt der Schienenersatzverkehr der RB10 von Biebrich aus einen großen Umweg über die Kasteler und Mainzer Straße zum Wiesbadener Hauptbahnhof?“ Tatsächlich wäre die direkte Route über die Biebricher Allee etwa anderthalb Kilometer kürzer. Einige Leser vermuteten, dass die Biebricher Allee nicht überlastet werden solle.
Diese Vermutung sei nicht ganz richtig, wie eine Bahnsprecherin auf Nachfrage von Merkurist mitteilt. Stattdessen habe sich die Fahrt über die Mainzer Straße bei den vorangegangenen Testfahrten schlichtweg als die schnellste Route herausgestellt. Im Unterschied zur Biebricher Allee könnten die Busse auf der mehrspurigen Straße inklusive Busspur auch in den Stoßzeiten zuverlässig voran kommen. Zudem müsse nicht so oft auf stark frequentierten Straßen links abgebogen werden.
Ersatzverkehr erfolgreich angelaufen
Die Bahnsprecherin zieht nach der ersten Woche Schienenersatzverkehr eine positive Bilanz: Das Angebot werde gut angenommen und die Umstiege würden funktionieren. Über Feedback zu Wegeführung oder Beschilderung freue man sich dennoch. Passende Vorschläge würden schnellstmöglich umgesetzt.
Zwischen Wiesbaden und Rheingau fahren derzeit drei Linien des Schienenersatzverkehrs: Die 10E fährt alle 30 Minuten bis Rüdesheim und hält an allen Bahnhöfen auf dem Weg. Die 10X fährt ebenfalls im 30-Minuten-Takt ohne Halt bis Rüdesheim und von dort weiter bis nach Koblenz. Unter der Woche verstärkt noch die Linie 10B das Angebot. Auf der Website der Deutschen Bahn können Fahrgäste die Fahrten der Ersatzbusse in Echtzeit über eine Live Map einsehen.
Kein Mitnahmeangebot für Fahrräder
Der Ausflug an den Rhein mit dem Fahrrad muss für viele in den nächsten Monaten jedoch entfallen. Von einer Fahrradmitnahme außerhalb der Randzeiten (23 – 6 Uhr) rät die Bahn dringend ab, da die Busse sonst schnell überfüllt seien. Nur Klapp- und Falträder hätten Platz. Den Einsatz von Fahrradanhängern lehnt die Bahn ab, das Verstauen der Räder sei zu zeitintensiv.
Fahrkartenkauf erst nach der Fahrt?
Ein weiteres Problem stellt sich allen, die keine digitale Fahrkarte besitzen: Von den Busfahrern werden keine Tickets verkauft. In den meisten Fällen gibt es auch keine Fahrkartenautomaten in unmittelbarer Nähe der Haltestellen. Die Automaten auf den Bahnhöfen sind aufgrund der Korridorsanierung momentan nicht zugänglich. Die Deutsche Bahn gibt in einem FAQ dazu einen außergewöhnlichen Hinweis: „Sollten Sie im Bus kein Kontrollpersonal antreffen, bitten wir Sie ihre Fahrkarte an ihrem Zielort nachzulösen“.