Hat Wiesbaden ein Problem mit Ratten?

Mehr Ratten als Menschen leben im Wiesbadener Stadtgebiet. Die ELW gehen gezielt mit Giftködern gegen die Tiere vor. Doch auch im eigenen Haus oder Garten gibt es einiges zu beachten, damit die Tiere nicht zur Plage werden.

Hat Wiesbaden ein Problem mit Ratten?

Sie sind überall dort, wo Menschen leben: Ratten. Denn sie ernähren sich von all dem, was Menschen so abwerfen: Speisereste im Müll, auf den Straßen oder in der Kanalisation. Dabei jagen sie dem ein oder anderen Wiesbadener nicht nur einen Schrecken ein, wenn sie im Halbdunkel unter der Straßenlaterne vorbeihuschen, viele fürchten auch, dass von den Tieren als Überträger von Krankheiten eine echte Gefahr ausgehen könnte. Das Robert-Koch-Institut (RKI) warnt in diesem Zusammenhang zum Beispiel vor dem Hanta-Virus, das durch Ratten und Mäuse übertragen werden kann.

Mehr Ratten als Wiesbadener

Wer Ratten im eigenen Haus hat, will sie also in der Regel möglichst schnell wieder los werden. Dabei sind die Tiere im eigenen Garten oder Keller in Wiesbaden gar nicht so selten. „Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen die nahelegen, dass auf einen Einwohner ein bis zwei Ratten kommen. Demnach gäbe es in Wiesbaden rund 500.000“, gibt Frank Fischer von den Entsorgungsbetrieben der Landeshauptstadt Wiesbaden (ELW) eine grobe Einschätzung.


„Ratten sind intelligente Tiere. Sie passen ihre Population dem Nahrungsangebot an“, erklärt der Experte. Je besser Mülltonnen für sie zugänglich sind, desto mehr vermehren sie sich in der unmittelbaren Nähe. Fischer gibt deshalb einfache Tipps: „Keine Essenreste über die Toilette entsorgen, Komposte abdecken, keine Essensreste in der Landschaft hinterlassen.“

Dem stimmen auch die Tierschützer der Organisation „Peta“ zu. Weitere tierfreundliche Ratschläge der Organisation lauten: „Versteckmöglichkeiten reduzieren“ und „Schlupflöcher schließen“, so könne vermieden werden, dass die Tiere zum Beispiel aus dem Garten in den Keller wandern und sich von dort bis in die Wohnungen ausbreiten.

Bekämpfung mit Ködern

„Es gibt keine Rattenplage in Wiesbaden.“ - Frank Fischer, ELW

Die ELW geht zudem noch mit weiteren Mitteln gegen die Tiere im Stadtgebiet vor - und das laut Fischer erfolgreich. „Die Bekämpfung klappt, es gibt keine Rattenplage in Wiesbaden. Die ELW haben die Situation gut im Griff. Die Anzahl bleibt gleich“, sagt er. Dies sei vor allem dem Einsatz von Ködern zu verdanken. „Erst werden ungiftige Köder zum Monitoring ausgelegt. Damit wird überprüft, ob es in diesem Bereich einen Rattenbefall in der Kanalisation gibt. Erst, wenn diese Köder einen Fraß aufzeigen, werden giftige Köder ausgelegt“, erklärt er das genaue Vorgehen.

Rund 2000 Köder verbrauche die ELW durchschnittlich im Jahr. „Sind sie ohne Anbiss, werden sie wieder herausgenommen. Sind sie angebissen, werden Köder nachgelegt – bis kein Anbiss mehr vorhanden ist“, im Schnitt dauere die Bekämpfung pro Stelle rund sechs Wochen.

Meldepflichtige Tiere

Wer Ratten in Wiesbaden entdeckt - egal ob im eigenen Garten, oder auf öffentlichen Plätzen, muss die Tiere beim Ordnungsamt melden. Bevölkern die Nager öffentlichen Raum, kümmert sich die Stadt um die Schädlingsbekämpfung. Auf privatem Gelände ist der jeweilige Eigentümer in der Pflicht. (ms)

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