Immer wieder Wildschweine in Sonnenberg unterwegs

Im Osten von Wiesbaden bedeutet die Nähe zum Stadtwald auch immer Nähe zu Wildtieren. In Sonnenberg verirren sich immer wieder Wildschweine in die Wohnstraßen - und wüten regelmäßig auf dem Friedhof.

Immer wieder Wildschweine in Sonnenberg unterwegs

Ein rennendes Wildschwein auf der Wilhelmstraße sorgte vor zwei Jahren für Aufsehen (wir berichteten). Über den Kurpark schien es in die Innenstadt gelangt zu sein. Was für die Spaziergänger auf der Rue eine Attraktion war, ist für viele Sonnenberger fast schon Alltag.

Aus dem Wald in die Stadt

Immer wieder kommen die Tiere aus dem Stadtwald in den Stadtteil. In Vorgärten und vor allem auf dem Friedhof richten sie dabei immer wieder Schäden an, besonders, wenn sie auf Nahrungssuche sind — und das geschieht meist in den Abend- und Nachtstunden. In Sonnenberg ist das kein neues Problem, schon mehrfach waren die Tiere Thema im Ortsbeirat. Im Frühjahr wies die CDU in einem Antrag darauf hin, dass bisherige Schutzmaßnahmen durch die Stadt nicht ausreichen. Dass Anwohner ihre Gärten und Grundstücke selbst vor den Tieren schützen sollen, wollen die Politiker im Stadtteil nicht länger akzeptieren. „Grundstücksbesitzern können die nicht unerheblichen Kosten nicht länger selbst auferlegt werden“, hieß es im Antrag. Denn Versicherungen, die die durch Wildschweine entstandenen Schäden übernehmen, gibt es nicht.

Ein Zaun, der einem Wildschwein standhält, so das Verbraucherfenster Hessen, muss nämlich mindestens 1,50 Meter hoch sein und 40 Zentimeter tief im Boden verankert sein, am besten durch einen Betonsockel. Während die Experten auch immer wieder darauf hinweisen, dass Fallobst und Komposthaufen im Garten die Wildschweine anlocken, kritisierte die CDU im Frühjahr die Stadt für den Zustand ihrer Freiflächen in Sonnenberg. Diese seien seit Jahrzehnten verwildert und böten den Schweinen perfekten Unterschlupf.

Schäden auf dem Friedhof

Ebenso wohl fühlen sich die Tiere auf dem Sonnenberger Friedhof. Immer wieder kommt es dort zu Schäden, etwa, wenn Wildschweine Gräber umpflügen. Zwar wurden die Zäune dort schon verstärkt, doch gerade jetzt im Sommer kam es immer wieder zu Schäden, weil das Haupttor an der Flandernstraße nicht geschlossen wurde, und die Tiere so auf das Gelände gelangen konnten. Der Ortsbeirat schlägt dem zuständigen Grünflächenamt deshalb jetzt vor, den Zugang am Abend abzuschließen. Auch ein zusätzliches kleines Tor mit automatischem Schließmechanismus können sich die Sonnenberger gut vorstellen. Es könnte von Besuchern genutzt werden, ohne dass das große Portal geöffnet werden muss.

Zu Angriffen auf Menschen kam es in den Jahren in Wiesbaden nicht. Dennoch äußerten bereits viele Sonnenberger ihre Ängste vor den Tieren — sowohl als Fußgänger, als auch als Autofahrer. Das Verbraucherfenster rät, immer Abstand zu halten, wenn man ein Wildschwein entdeckt. Weil die Tiere schnell aggressiv werden können, sollte man sich bei einer Begegnung ruhig verhalten und leise entfernen. Hunde sollten immer an der Leine geführt, Spaziergänge zur Abendzeit und in der Dämmerung gemieden werden. Wer ein verletztes Tier, etwa nach einem Autounfall, entdeckt, sollte die Polizei verständigen und sich nicht weiter annähern. Denn auch verletzte Tiere, so die Experten, können plötzlich aufschrecken und angreifen. (ms)

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