Diese Studenten rocken Wiesbaden bei einer Schnitzeljagd

Sie fotografieren sich als Kiss-Doppelgänger und Taucher an der Ballettstange - seit zwei Wochen machen Studenten bei der sogenannten Scavenger Hunt die Stadt unsicher. Dabei lernen sie ihre neue Heimat besser kennen - und können 500 Euro gewinnen.

Diese Studenten rocken Wiesbaden bei einer Schnitzeljagd

Sie schminken sich wie die Metal-Band Kiss, gehen als Prinzessinnen auf die Eisbahn und posieren wie Modepuppen in Schaufenstern: Seit zwei Wochen rennen Alina Ganz, Johanna Pfueller, Dennis Fritzinger, Luise Zander und Stefanie Dziomber in jeder freien Minute durch die Stadt. Ihr Name: BAKUsftw. Ihr Ziel: Die Scavenger Hunt Wiesbaden gewinnen. 150 teils skurrile Aufgaben müssen die Erstsemester der Hochschule RheinMain erfüllen, von sportlichen Herausforderungen bis hin zu Selfies mit Wiesbadener Sehenswürdigkeiten.

„Im Rennen sind rund 20 Teams“, sagt Organisator Carsten Schott. Er ist der Kopf hinter dem Wettbewerb, einer Mischung aus Schnitzeljagd, Rätselraten und „Schlag den Raab“. Besonders freut er sich über die Kreativität der Teilnehmer. „Bei einer Aufgabe sollten die Teams einen Bart kneten. Wir dachten dabei an die Gesichtsbehaarung, uns erreichten aber auch Fotos von einer Bart Simpson-Knetfigur.“

Unbekannte Ecken entdecken

Die meisten Aufgaben haben jedoch einen Bezug zur Stadt. So ist es auch gewollt vom Netzwerk der Wissenschaft: Das Projekt hat Schott und die Scavenger Hunt nach Wiesbaden geholt. „Mit der Scavenger Hunt wollen wir jungen Studierenden helfen, die Stadt kennenzulernen“, sagt Petra Monsees vom Netzwerk. Die Strategie geht auf bei Alina Ganz und ihren Kommilitonen. „Wir waren bei der Sternwarte, dort wären wir ohne die Hunt niemals hingekommen“, sagt die 19-jährige Team-Koordinatorin, die erst vor kurzem nach Wiesbaden gezogen ist. Das Kennenlernen beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Sehenswürdigkeiten: Auch die Kontakte zu den Mitstudenten seien durch den Wettbewerb enger geworden, sagt Ganz.

„Es gibt Gruppen, die wegen der Hunt jetzt zwei Wochen nicht in der Uni waren.“ - Alina Ganz

Anders als andere Gruppen macht BAKUsftw die Aufgaben neben dem Alltag - oft abends oder am Wochenende. „Es gibt Gruppen, die wegen der Hunt jetzt zwei Wochen nicht in der Uni waren, aber bei uns ist das nicht so krass“, so Ganz. Stattdessen konzentriere sich die Gruppe auf einzelne Tage, an denen sie viele Aufgaben auf einmal erledige.

Punkte haben die Fünf trotz des Teilzeitengagements trotzdem ordentlich gesammelt. „Derzeit stehen wir auf Platz 4, aber der Abstand zum dritten Platz ist nicht groß“, sagt die 19-Jährige. Am letzten Tag wollen sie deshalb nochmal Vollgas geben. „Am Mittwoch geht es auf den Weihnachtsmarkt. Da machen wir dann ein Selfie vom Riesenrad.“

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