Immer mehr Fälle von illegalem Sperrmüll im Westend

Um das Spermüllproblem im Westend zu beseitigen, haben die ELW die Bevölkerung gebeten, illegal abgestellten Müll per App zu melden. Das scheint zwar zu funktionieren, die Müllmengen werden trotzdem nicht weniger.

Immer mehr Fälle von illegalem Sperrmüll im Westend

Das Wiesbadener Westend ist zwar einer der kleinsten Stadtteile der Landeshauptstadt, dennoch gestaltet sich ein Spaziergang durch das Viertel sehr abwechslungsreich. Entlang der gut erhaltenen Altbauten trifft man etwa auf Studentencafés, Traditionsbäckereien oder türkische Geschäfte. Was das Erlebnis aber trübt, sind die Müllinseln, die sich an vielen Straßenecken ansammeln. Egal ob kleinerer Hausmüll oder ganze Wohnzimmereinrichtungen — fast täglich scheint neuer Müll den Stadtteil zu verschmutzen.

Genervte Anwohner

Unter den Anwohnern führt dieses Verhalten zu großem Ärger. Das hatten auch die Wiesbadener Entsorgungsbetriebe ELW erkannt und im Sommer damit begonnen, verstärkt Müll-Kontrollen im Viertel durchzuführen. Außerdem wurde die Bevölkerung um Mithilfe gebeten, über die App „Sauberes Wiesbaden“ Bilder von den Müllhaufen an die Behörden zu melden. Diese kann sich dann schnell um die Entsorgung kümmern. Frank Sand von der Stabsstelle „Sauberes Wiesbaden“ zieht ein erstes positives Fazit des Projekts: „Unser Ziel, die Bevölkerung stärker zu sensibilisieren und die ELW über illegale Müllablagerungen schnell zu informieren, haben wir erreicht.“ Viele Bürger scheinen die App regelmäßig zu nutzen, wie etwa Merkurist-Leserin Maria:

In den vergangenen drei Monaten seien im Westend 464 Meldungen zu falsch abgestelltem Müll bei den ELW eingegangen, so Sand. Zum Vergleich: Zwischen Mai und Juli gingen 278 Meldungen ein, der Appell an die Bürger scheint also funktioniert zu haben. Spitzenreiter sei die Goebenstraße, aus der fast 20 Prozent aller Meldungen kamen. Diese sei aber trotz der hohen Anzahl keine Problemstraße, meint Sand: „Scheinbar haben wir dort einen fleißigen App-Nutzer.“ Viele der dort gemeldeten Verstöße seien eher kleinere Ansammlungen von Haushaltsmüll.

Problemzone Inneres Westend

Wirkliche Problemstraßen seien eher im inneren Westend zu finden, wie etwa der Bertram-, Bleich-, Hellmund- und Walramstraße. Hier seien besonders große Sperrmüllablagerungen ein Problem, so Sand. Zwar funktioniere die Mitarbeit der wachsamen Bürger gut, am Verhalten der Müllverursacher habe sich aber leider nicht viel geändert: „Nachdem wir über mehrere Jahre Aufklärung, überwiegend in vielen unterschiedlichen Sprachen, betrieben haben in Form von Plakaten in den Geschäften oder den Hausfluren und Wurfzetteln in den Briefkästen, hat sich die Situation nicht wesentlich verbessert“, so Sand.

Daher strebe die Stabstelle an, die Kontrollen im Viertel künftig auszudehnen. Diese verlaufen aber nicht immer ohne Probleme. Da es wiederholt zu Übergriffen auf die Kontrolleure gekommen sei, werden diese von der Stadtpolizei unterstützt. (ts)

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