Wie Hessen mit den Coronavirus-Fällen umgeht

Acht Hessen haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Sie zeigen allesamt milde Krankheitssymptome und sind in häuslicher Quarantäne. Doch was bedeutet das eigentlich? Und wo haben sie sich infiziert? Eine Übersicht.

Wie Hessen mit den Coronavirus-Fällen umgeht

Insgesamt acht Personen aus Hessen haben sich mittlerweile mit dem neuartigen Erreger „SARS-CoV2“ — dem Coronavirus — infiziert (Stand: 1. März, 9:15 Uhr). Die Betroffenen zeigen allesamt nur milde bis leichte Krankheitszeichen und befinden sich in häuslicher Quarantäne. Aber was bedeutet das eigentlich?

Was passiert bei häuslicher Quarantäne?

Dr. Birgit Lindenthal, Leiterin des Gesundheitsamts in Bad Homburg, klärte darüber am Samstagmorgen bei einer Pressekonferenz auf. „Dazu gibt es genaue Anweisungen des Robert-Koch-Instituts.“ Demnach dürften Infizierte natürlich nicht das Haus verlassen, aber auch keinen Besuch empfangen. „Man sollte möglichst keinen Kontakt zu anderen Menschen haben“, sagt Lindenthal. „Und wenn doch, dann muss man sich schützen.“

Das muss in Form einer Maske geschehen. Diese bekommen infizierte Personen, die in häuslicher Quarantäne sind, entsprechende Vorräte dafür haben sich die Gesundheitsämter angeschafft. Die Masken bringen keinen Mehrwert für die Patienten, sondern schützen Kontaktpersonen vor einer Infektion. Dementsprechend wirkungslos sind die gängigen Schutzmasken also auch, wenn sie von gesunden Menschen in der Öffentlichkeit getragen werden.

Nur bei milden Symptomen

Wie Lindenthal berichtet, brauche es in besonderen Fällen auch einen Aufpasser, der kontrolliert, ob sich Personen in häuslicher Quarantäne auch an die Vorgaben halten. Im Falle des infizierten 29-Jährigen aus dem Hochtaunuskreis bräuchte es diesen aber nicht: „Der junge Mann kooperiert und ist sehr vernünftig“, so die Leiterin des Gesundheitsamtes.

Hätten die derzeit insgesamt acht hessischen Patienten starke Krankheitssymptome, wäre eine häusliche Quarantäne nicht möglich. Die Erkrankten werden regelmäßig telefonisch kontaktiert, werden engmaschig kontrolliert. So ist sichergestellt, dass die Symptome nicht schlimmer werden. Andernfalls wäre eine Einlieferung in ein Krankenhaus vonnöten.

Wer hat sich infiziert?

Derzeit sind insgesamt acht Corona-Fälle in Hessen bekannt. Demnach sind darunter zwei Männer, die dienstlich in der Lombardei waren. Sie stammen aus Wetzlar und dem Hochtaunuskreis. Die Kontaktpersonen sowie weitere Kollegen, die ebenfalls in Italien waren, sind bereits identifiziert.

Am Samstag wurde bekannt, dass auch eine 24-jährige Frau aus dem Landkreis Gießen mit dem Coronavirus infiziert ist. Auch sie zeigt nur milde Krankheitssymptome, der Fall steht in Zusammenhang mit dem Coronavirus-Fall in Nordrhein-Westfalen.

Am Samstagabend bestätigte Kai Klose, Minister für Soziales und Integration in Hessen, eine weitere Infektion: ein 1992 geborener Mann aus dem Landkreis Gießen. Es handelt sich dabei um den Mitbewohner der 24-jährigen Infizierten. Da auch er nur milde Symptome zeigt, wird er ebenfalls häuslich isoliert und ständig kontrolliert.

Wie Klose am Sonntagmorgen bekanntgab, konnten am selben Abend noch vier weitere Infektionen bestätigt werden. Es handelt sich dabei um drei Männer aus Frankfurt und eine Frau aus dem Landkreis Groß-Gerau. Zwei der Männer und die Frau stehen in Zusammenhang mit dem bekannten Fall in Wetzlar.

Der dritte Frankfurter, ein 1989 geborener Mann, war zuvor in Italien gewesen. Wahrscheinlich hat er sich dort mit dem Virus infiziert. Bei allen vier Infizierten werden derzeit mögliche Kontaktpersonen nachverfolgt. (df)

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