Immer mehr Corona-Fälle in der Region um Wiesbaden bestätigt

Im gesamten Rhein-Main-Gebiet werden immer mehr Fälle von Corona bestätigt. In Wiesbaden selbst ist das Virus noch nicht angekommen, zentrale Anlaufstellen für Verdachtsfälle sollen auch künftig die Ausbreitung hier verhindern.

Immer mehr Corona-Fälle in der Region um Wiesbaden bestätigt

Nicht nur weltweit, sondern auch in der Region rund um Wiesbaden breitet sich das Coronavirus immer weiter aus. In der näheren Umgebung von Wiesbaden sind bereits neun nachgewiesene Fälle bekannt.

Ausbreitung in der Region

So sind allein in der Nachbarstadt Mainz seit Dienstag zwei Fälle bekannt geworden (wir berichteten). Während sich einer der Patienten stationär in eine Klinik begeben musste, steht eine weitere Patientin seit Freitag unter häuslicher Quarantäne. In Mainz wurden in der Zwischenzeit schon die Angehörigen getestet, die direkten Kontakt zu den Infizierten hatten und vorsichtshalber eine Kita geschlossen, zu der Verbindungen bestanden.

Auf der hessischen Rheinseite wurde am Donnerstag ein Fall im Rheingau-Taunus-Kreis gemeldet, am Sonntag dann ein zweiter und ein weiterer im Hochtaunuskreis am Freitag (wir berichteten). Alle drei Patienten sind isoliert, aber zuhause. Ebenso befindet sich ein Patient aus dem Landkreis Groß-Gerau in häuslicher Quarantäne und zwei aus Frankfurt. Dort werden außerdem zwei Patienten stationär behandelt; auch ein Patient aus dem Landkreis Offenbach befindet sich in stationärer Behandlung. Bei drei der Fälle in Groß-Gerau und Frankfurt gehen die Ärzte derzeit davon aus, dass sie sich bei einem Aufenthalt im italienischen Bergamo angesteckt haben, eine in Mailand und eine in Innsbruck.

Wiesbaden in Bereitschaft

Die Frage nach Reisen in Risikogebiete während der Inkubationszeit von etwa 14 Tagen zählt noch immer zu einer der wichtigsten Fragen, die auf eine Infektion hinweisen könnte. Doch weil sich das Virus immer weiter ausbreitet, könnte es bald auch zu Ansteckungen innerhalb der Region kommen. Dabei können sich die Wiesbadener — trotz hohem Pendlerverkehr innerhalb der Region — noch immer glücklich schätzen: Derzeit ist kein bestätigter Fall aus der Landeshauptstadt bekannt.

Das Gesundheitsamt und die Krankenhäuser bereiten sich dennoch intensiv auf die erste Meldung vor (wir berichteten). Ab der kommenden Woche werden zudem hessenweit zentrale Anlaufstellen für Corona-Verdachtsfälle eingerichtet, sodass Patienten im Ernstfall genauer wissen, an wen sie sich wenden können, und schneller Hilfe bekommen, ohne andere in Wartezimmern anzustecken.

Zentrale Anlaufstellen

Dafür werden an ausgewählten Standorten des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes Untersuchungsstellen eingerichtet, an denen bei Bedarf gebündelt Tests auf das neuartige Virus SARS-CoV-2 durchgeführt werden können. Voraussetzung für einen Test ist nach den Kriterien des Robert-Koch-Instituts eine akute Erkrankung der Atemwege und ein Kontakt mit einer als infiziert bestätigten Person oder der Aufenthalt in einem Risikogebiet.

Wer vermutet, sich mit dem Virus infiziert zu haben, kann sich ab Montag an die zentrale Telefonnummer 116 117 des Ärtzlichen Bereitschaftsdiensts wenden. Am Telefon erfolgt dann eine Erst-Anamnese. So müssen die Anrufer ihre Symptome genau beschreiben und Fragen zu letzten Aufenthalten und Kontaktpersonen beantworten. Bestätigt sich der Verdacht während des Anrufs, werden die Patienten den zentralen Untersuchungsstellen zugewiesen. Dadurch sollen zum einen Hausärzte während der Grippewelle entlastet werden, zum anderen die Ressourcen, die für die Untersuchungen benötigt werden, gezielter eingesetzt werden. (nl)

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