Führt das Coronavirus zu Hamsterkäufen in Wiesbadener Läden?

Die ersten Hessen haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Die gesunden Wiesbadener scheinen sich indes mit Lebensmitteln und anderen Produkten einzudecken. Gibt es tatsächlich Produkte, die jetzt besonders nachgefragt sind?

Führt das Coronavirus zu Hamsterkäufen in Wiesbadener Läden?

Spätestens seitdem bekannt wurde, dass das Corona-Virus nun auch in Hessen angekommen ist, tauchen in Wiesbadener Facebook-Gruppen immer wieder Fotos von leeren Supermarktregalen auf. In manchen sind die Nudeln ausverkauft, in anderen sind es Konserven und in Drogeriemärkten gibt es demnach kaum noch Desinfektionsmittel. Bemerken Supermärkte, Discounter und Drogerien tatsächlich schon, dass sich das Kaufverhalten ändert? Wie bereiten sie sich auf mögliche Hamsterkäufe vor und was halten die Wiesbadener selbst davon?

Haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel

„Besonders Artikel aus dem Trockensortiment werden aktuell stark nachgefragt.“ - Lidl-Sprecherin

Sowohl die Discounter Aldi und Lidl, die Supermärkte Rewe und Real, als auch die Drogeriemärkte Rossmann und dm bemerken, dass tatsächlich einige Produkte durch das Virus häufiger gekauft werden. „Besonders Artikel aus dem Trockensortiment wie beispielsweise Konserven und Nudeln sowie aus dem Hygienebereich wie beispielsweise Toilettenpapier und Desinfektionsmittel werden aktuell stark nachgefragt“, so eine Lidl-Sprecherin. Bei Aldi, Real und Rewe sind es ebenfalls vor allem haltbare Lebensmittel.

Bei dm werden neben Lebensmitteln vor allem Hygieneartikel wie Tücher, Gele und Desinfektionsspray häufiger gekauft. Besonders auffällig ist ein fehlender Mundschutz in den Regalen: „So ist der Mundschutz von Mivolis derzeit nahezu nicht mehr verfügbar“, sagt Kerstin Erbe, Geschäftsführerin des Unternehmens. Und das, obwohl Experten des Robert Koch Instituts darauf hinweisen, dass Mundschutz und Desinfektionsmittel im Alltag nicht wirklich helfen. Wichtiger sei es, die Hände regelmäßig mit Seife zu waschen.

Aldi beklagt darüber hinaus Lieferschwierigkeiten bei einigen Produkten, die bald in die Regale kommen sollen: „Bei einigen Artikeln ist bereits jetzt absehbar, dass sich die Liefermenge zum Verkaufsstart reduzieren wird und somit diese Artikel bei hoher Nachfrage schneller vergriffen sein könnten“, erklärt eine Sprecherin.

Märkte bereiten sich vor

Alle befragten Unternehmen stehen derzeit in engem Austausch mit ihren Lieferanten und Logistikpartnern. Damit ihre Kunden möglichst nicht vor leeren Regalen stehen, bauen sie sich einen Vorrat stark nachgefragter Artikel auf. Aldi hat außerdem besondere Maßnahmen für die Mitarbeiter eingerichtet. So stehe ihnen jetzt in allen Waschräumen Desinfektionsmittel zur Verfügung und das Unternehmen prüfe genauer als sonst, zu welchen Messen und Veranstaltungen die Mitarbeiter gehen können.

Gemischte Gefühle bei Wiesbadenern

Die Wiesbadener selbst sind sich nicht ganz einig darüber, ob Hamsterkäufe in dieser Situation überhaupt gerechtfertigt sind, oder nicht. Während in den Facebook-Gruppen viele darüber witzeln, können es einige Merkurist-Leser gut verstehen. Leserin Lili meint zum Beispiel, Panik bringe zwar nichts, aber man sollte trotzdem vorsichtig sein: „Ich habe uns mit ein paar Dingen eingedeckt. Nicht überproportional, aber ausreichend an Lebensmitteln und Hygieneartikeln. Genauso an Medikamenten, die wir so brauchen. Ansonsten leben meine Familie und ich unser Leben normal weiter.“ (js/ts)

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