Die Korridorsanierung der 160 Kilometer langen Bahnstrecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden liegt laut der Deutschen Bahn (DB) aktuell im Zeitplan. Seit dem Baustart im Juli 2026 haben die Bauteams bereits einen Großteil der Arbeiten an Gleisen, Weichen, Oberleitungen und an den 36 Bahnhöfen abgeschlossen.
Mehr als 70 Prozent der neuen Gleise seien verlegt und über 80 Prozent der Weichen erneuert. Auch die Modernisierung der Oberleitung und der Bau von neuen Schallschutzwänden schreiten voran. In den verbleibenden zwei Monaten bis zum Ende der Vollsperrung am 12. Dezember 2026 konzentrieren sich die Teams auf die restlichen Arbeiten, insbesondere auf die Fertigstellung der Stellwerke. Nach Abschluss der Bauarbeiten prüfen unabhängige Sachverständige die Strecke, bevor sie wieder für den Zugverkehr freigegeben wird.
Verzögerungen bei Stellwerken und Aufzügen
Einige Teile des Projekts werden allerdings erst nach Ende der Vollsperrung fertiggestellt. Vier von sechs neuen elektronischen Stellwerken in Neuwied, Engers, Koblenz-Ehrenbreitstein und Niederlahnstein gehen erst im Juli 2027 in Betrieb. Diese gestaffelte Inbetriebnahme ermöglicht laut DB die zeitgleiche Sanierung des Horchheimer Kreuzungsbauwerks im Jahr 2027.
Auch die Installation der neuen Aufzugstechnik an den modernisierten Bahnhöfen erfolgt erst nach der Streckensperrung und soll bis April 2027 abgeschlossen sein. Hierfür sollen keine zusätzlichen Sperrungen nötig werden. Eine Ausnahme bildet der Bahnhof Rhöndorf, wo die Umsetzung der Aufzüge und einer neuen Personenunterführung noch geprüft wird.
Ersatzverkehr läuft stabil
Der Schienenersatzverkehr mit 160 Bussen auf 13 Linien laufe seit Juli sehr zuverlässig und mit einer Pünktlichkeit von knapp 90 Prozent. Auch die Umleitung der Güterzüge über die linke Rheinstrecke sowie die Siegstrecke funktioniere stabil.
Die DB investiert rund 1,6 Milliarden Euro in die Sanierung der rechten Rheinstrecke. Ziel der fünfmonatigen Bauphase ist es, die Strecke langfristig stabiler zu machen und Störungen sowie Verspätungen deutlich zu reduzieren. Nach Abschluss der Bauarbeiten prüft die DB gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen, ob die Züge schrittweise wieder auf der Strecke fahren sollen, um einen möglichst stabilen Betriebsanlauf zu gewährleisten.