Das sind die Wiesbadener Bilder des Jahres

Hochwasser, Corona und das Sorgenkind Salzbachtalbrücke: 2021 gab es Ereignisse, die Wiesbaden bewegt haben. Merkurist wirft einen Blick zurück.

Das sind die Wiesbadener Bilder des Jahres

Die Corona-Pandemie war auch 2021 wieder eines der wichtigsten Themen in Wiesbaden. Sie war aber nicht das einzige, das die Wiesbadener beschäftigte. Vor allem der Verkehr hat den Bewohnern der Stadt seit Sommer Kopfschmerzen bereitet. Was ist im vergangenen Jahr noch passiert? Wir blicken zurück und zeigen euch die Bilder des Jahres 2021.

Januar und Februar: Hochwasser

Starkregen und Tauwetter sorgten Ende Januar und Anfang Februar dafür, dass die Wasserpegel der Flüsse in Hessen und Rheinland-Pfalz anstiegen. Auch in Wiesbaden trat der Rhein über die Ufer.

März: Wiesbaden trauert um ehemaligen Oberbürgermeister

Im März ereilte die Stadt eine traurige Nachricht: Am 28. März starb der ehemalige Wiesbadener Oberbürgermeister Hans-Joachim Jentsch im Alter von 83 Jahren. Der CDU-Politiker war von 1982 bis 1985 im Amt und erhielt danach etliche Auszeichnungen – seit 21. September 2006 ist er Ehrenbürger der Stadt.

„Die Nachricht über seinen Tod macht uns traurig“, sagte Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) im März. „Professor Jentsch hat sich herausragende Verdienste für die Landeshauptstadt Wiesbaden, aber auch weit darüber hinaus erworben. Er hat sich über Jahrzehnte hinweg in seiner beruflichen Laufbahn mit großem persönlichen Engagement für Demokratie und Freiheit in Deutschland eingesetzt.“

April: Ausgangssperre und Weltkriegsbombe gefunden

Im April beschäftigte die Wiesbadener vor allem eines: Die Bundesnotbremse. Wegen zu hoher Inzidenzen traten am 23. April unter anderem die Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr und strenge Kontaktbeschränkungen in Kraft. Wiesbaden wurde nachts zur Geisterstadt:

Kurz zuvor bewegte die Stadt aber ein ganz anderes Thema. Auf einem Feld an der A643 in der Nähe des Gräselbergs wurde eine 125 Kilogramm schwere Weltkriegsbombe gefunden. Um sie entschärfen zu können, mussten etliche Anwohner evakuiert werden. 460 Helfer waren am 18. April im Einsatz und konnten die Bombe erfolgreich räumen.

Mai: 100.000. Impfung in Wiesbaden

Am 10. Mai feierte Wiesbaden den ersten Impferfolg: Im Impfzentrum im RMCC wurde die 100.000 Impfung vergeben. Um 16:10 Uhr erhielt Thomas Leicher seine Spritze. „Die 100.000. Impfung bei uns in Wiesbaden ist ein großer Meilenstein“, sagten Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) und Bürgermeister Dr. Oliver Franz (CDU) damals.

Drei Monate später, im August, erreichte Wiesbaden mit der 200.000. Impfung einen weiteren Meilenstein. Mittlerweile wurden insgesamt über 250.000 Impfungen in der Stadt vergeben.

Juni: Salzbachtalbrücke gesperrt

Während es Anfang Juni mit dem Wegfall der Ausgangssperre zunächst Grund zur Freude gab, kam schon am 18. die nächste Hiobsbotschaft für die Wiesbadener: Die Salzbachtalbrücke, die Bahnstrecke und die Mainzer Straße mussten gesperrt werden. Ein Brückenlager war kollabiert, Betonteile fielen auf die B263. Der Verkehr in Wiesbaden wurde durch die Sperrung stark belastet, Stadt und Autobahn GmbH führten mehrere Notmaßnahmen ein. Dann hieß es warten auf die Sprengung.

Juli: Wiesbadener Höhenretter im Einsatz bei Flutkatastrophe

Im Juli hielt die Hochwasser-Katastrophe in Teilen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ganz Deutschland in Atem. Etliche Helfer fuhren in die Krisengebiete, um zu helfen – auch aus Wiesbaden und Mainz. Unter anderem waren auch Höhenretter im Einsatz. An einem Seil eines Hubschraubers hängend retteten sie Menschen, die von den Wassermassen in ihren Häusern, in Fahrzeugen oder auf Bäumen sitzend eingeschlossen waren.

August: midsummerRun unter Corona-Bedingungen

Im August ließ die Corona-Situation wieder einige Veranstaltungen mit gutem Hygienekonzept zu. So konnte sogar eine Großveranstaltung stattfinden: der midsummerRun, bei dem 2000 Läufer und Besucher in der Stadt zusammenkamen. Zu diesem Anlass hatten auch die Geschäfte in der Innenstadt bis 20 Uhr offen.

September: Bundestagswahlen

Am 26. September wurde auch in Wiesbaden gewählt. Nach einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen stand am Abend der Bundestagswahl schließlich fest: Ingmar Jung (CDU) bekam erneut das Wiesbadener Direktmandat. Er setzte sich ganz knapp gegen Nadine Ruf (SPD) durch.

Oktober: Grabkerzen vor Schulen und Kitas

Grabkerzen und weiße Rosen, daneben Kinderkleidung und Masken – dieser Anblick vor mehreren Schulen und Kitas machte im Oktober vor allem viele Eltern fassungslos. Gestorben war glücklicherweise niemand. Bis heute ist aber auch nicht klar, wer dahintersteckt und was die Aktion bewirken sollte. In anderen Städten hatte es zuvor aber ähnliche Aktionen – diese richteten sich gegen die Corona-Maßnahmen.

November: Sprengung der Salzbachtalbrücke und DIGI V startet

Der November war besonders ereignisreich. Das wohl spektakulärste Ereignis des Jahres fand am 6. November statt: Die Salzbachtalbrücke wurde gesprengt. Über der A66 explodierten 220 Kilogramm Sprengstoff. Nach zwei lauten Knallen war das Spektakel dann auch schon wieder vorbei und die umfangreichen Aufräumarbeiten konnten beginnen:

Ein weiterer Meilenstein im Wiesbadener Verkehr war der Start von DIGI V. Nach jahrelangen Bauarbeiten und Modernisierungen der Ampelanlagen in der Stadt, ging das intelligente Verkehrssystem Ende November an den Start. Jetzt lernt das System und soll in Zukunft dabei helfen, dass der Verkehr in der Stadt besser fließt.

Dezember: Brandanschlag auf Testcenter und freie Fahrt an der Salzbachtalbrücke

Anfang Dezember machte ein Brand-Anschlag viele Wiesbadener sprachlos. Gegner der Corona-Maßnahmen zündelten im Covimedical-Testcenter am Äppelalleecenter – kurz nachdem die 3G-Pflicht im ÖPNV und auf der Arbeit eingeführt wurde. Sie hinterließen nicht nur einen Schaden von rund 30.000 Euro, sondern auch ein fassungsloses Test-Team, das seine Sicherheitsvorkehrungen daraufhin ausbaute.

Bessere Nachrichten gab es an der Salzbachtalbrücke. Dort hieß es im Dezember endlich aufatmen. Sowohl die Straße als auch die Bahnstrecke wurden nach sechs Monaten wieder freigegeben, sodass auch der Hauptbahnhof wieder angefahren werden kann. Die Bahn rollte zu diesem Anlass sogar einen roten Teppich aus:

Und was sind eure persönlichen Bilder des Jahres 2021? Ladet sie in die Kommentare.

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