Löst das Hochwasser eine Mückenplage in Wiesbaden aus?

Im Juli trat auch in Mainz und Wiesbaden der Rhein über die Ufer. Es regnete viel. Für die Vermehrung von Mücken sind das perfekte Voraussetzungen. Müssen wir in diesem Jahr mit einer Mückenplage rechnen? Wir haben nachgefragt.

Löst das Hochwasser eine Mückenplage in Wiesbaden aus?

Nie eingeladen, aber trotzdem immer da: Egal ob im Biergarten oder auf der Terrasse, Stechmücken sind im Sommer ein ständiger Gast. Besonders eifrig vermehren sie sich bei regnerischem, warmem Wetter und bei Hochwasser – und davon hatten wir in den letzten Wochen viel. Müssen wir uns deshalb in diesem Sommer auf eine Mückenplage einstellen?

„Einige unserer Stechmückenarten sind explizit auf Überschwemmungen der Auen entlang des Rheinufers angewiesen“, sagt Xenia Augsten. „Denn nur so werden die im Boden liegenden Eier geflutet, was es den Larven erlaubt zu schlüpfen.“ Diese Auwald-Stechmückenarten würden sich ohne Überschwemmungen also gar nicht erst entwickeln.

Bekämpfung war im Juli schwer

Augsten gehört zum Team von KABS, kurz für „Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V.“. In vielen Städten, darunter auch Wiesbaden und Mainz, bekämpft die KABS Stechmücken im Bereich des Rheins – und das eigentlich schon, bevor sich die Larven überhaupt entwickeln können. Wird ein besonders hoher Larvenbesatz festgestellt, setzt die KABS zur Bekämpfung den biologischen Wirkstoff Bti ein, der gezielt auf die Mücken wirkt.

„Fakt ist, es wird im August aber spürbar mehr Stechmücken geben.“ - Xenia Augsten, KABS

Die letzte Hochwasserwelle im Juli hätte die Bekämpfung zu Fuß und per Hubschrauber allerdings stark erschwert, sagt Augsten. Einsätze mussten unter anderem wegen starker Regenfälle abgesagt werden und auch jetzt sind einige Bereiche noch schwer zugänglich. Ein Anteil der Stechmückenlarven habe sich deshalb vollständig entwickeln können, sodass schon jetzt mehr Mücken unterwegs sind als noch 2020. „Es ist schwer, einen so individuellen Begriff wie ‘Stechmückenplage’ zu benutzen. Fakt ist, es wird im August aber spürbar mehr Stechmücken geben.“

Jeder kann mithelfen, die Ausbreitung einzudämmen

Gegen die Ausbreitung der Auwald-Stechmücken können die Mainzer und Wiesbadener selbst zwar nichts tun, einige andere Arten kann man aber im eigenen Garten bekämpfen. Die Städte rufen sogar dazu auf mitzuhelfen. Denn: „Bedingt durch die Klimaveränderungen können auch zunehmend eingeschleppte Exoten wie zum Beispiel die Asiatische Tigermücke bei uns überwintern, sich vermehren und ausbreiten“, erklärt die Stadt Wiesbaden auf ihrer Webseite. Das Problem dabei: Die Mücken können Träger von Krankheiten sein. Das Risiko einer Infektion wird zwar aktuell als „äußerst gering“ eingeschätzt, trotzdem wollen die Städte die weitere Ausbreitung solcher Arten verhindern.

Das können die Wiesbadener und Mainzer tun:

  • Regentonnen und andere stehende Gewässer abdecken, damit keine Eier mehr abgelegt werden.

  • Alle unnötigen Wasserfänger, wie Eimer, Plastikgefäße oder -planen, Dosen, alte Autoreifen oder Verstopfungen in Regenrinnen beseitigen.

  • Wasser in Vogeltränken regelmäßig erneuern.

  • Gartenteiche können mit Fischen besetzt werden, da sie die Schnakenbrut fressen.

  • Keine elektronischen Insektenfallen verwenden, denn die locken auch andere Insektenarten an.

Den Wirkstoff Bti, den die KABS zur Bekämpfung verwendet, kann man auch im eigenen Garten benutzen. In den Ortsverwaltungen und den Umweltläden in Mainz und Wiesbaden werden kostenlos Tabletten ausgegeben, die man in Regentonnen oder Wasserbehälter geben kann. „Der Wirkstoff der Tabletten schädigt ausschließlich die Schnakenlarven und beeinträchtigt nicht die Qualität des Wassers zum Gießen von Nutz- und Zierpflanzen“, erklärt die Stadt Wiesbaden.

Logo