Neues Schwimmbad: Personalentscheidung sorgt für Kritik

Weil er das Taubertsbergbad in Mainz in die Insolvenz getrieben hat, steht ein Planer des neuen Schwimmbads in Wiesbaden unter harter Kritik. CDU und AfD wollen jetzt das Vergabeverfahren überprüfen.

Neues Schwimmbad: Personalentscheidung sorgt für Kritik

Als die Stadt Wiesbaden vor einigen Monaten ihre Pläne für ein neues Hallenbad am Zweiten Ring vorstellte, war bei vielen Wiesbadenern die Freude groß. Mit dem Sportpark Rheinhöhe sollte es ab 2021 endlich eine Alternative zu dem in die Jahre gekommenen Freizeitbad an der Mainzer Straße geben. Doch diese Vorfreude hat in dieser Woche wegen einer umstrittenen Personalie einen herben Dämpfer erhalten, die jetzt in der Wiesbadener Stadtpolitik für Wirbel sorgt.

Mainzer Bad in den Ruin getrieben

Grund für die Aufregung ist einer der Planer des Projekts, Uwe Deyle. Er war bis vor wenigen Jahren verantwortlich für das Taubertsbergbad am Mainzer Hauptbahnhof. Deyle hatte für das Bad nach vielen verpassten Zahlungen an die Stadt Mainz im Herbst 2016 Insolvenz für das Bad anmelden müssen (wir berichteten). Kurz darauf wurde Deyle von der Stadt entlassen, die das Bad dann selbst übernahm. Aber auch andere Bädern, wie etwa in Königsbrunn in Bayern, soll Deyle in die Insolvenz getrieben haben.

Wie der Wiesbadener Kurier berichtet, reagierten Verantwortliche in Mainz fassungslos auf die Personalentscheidung in Wiesbaden. Der Mainzer Bürgermeister Günter Beck (Grüne) machte die Stadt Wiesbaden auf die Misserfolge Deyles aufmerksam. Mittlerweile gibt es auch die ersten Kritiker in der Wiesbadener Stadtpolitik, welche die Auftragsvergabe an Deyle bezweifeln. Der Fraktionsvorsitzende der CDU Bernd Wittkwoski zeigte sich verwundert und bestürzt über die Vergabe.

Besonders kritisiert die Partei, dass die Fraktionen nicht in den Vergabeprozess mit eingebunden worden seien. „Von der Vergabeentscheidung haben wir im Rahmen der Presseberichterstattung über eine öffentliche Veranstaltung erfahren“, sagt Rainer Pfeifer von der CDU-Fraktion. Sie fordert nun beim Thema Sportpark Rheinhöhe mehr Transparenz von den Verantwortlichen. „Wir fordern daher Oberbürgermeister Mende auf, alle Karten auf den Tisch zu legen und die politischen Gremien umfassend zu informieren“, so Wittkowski. Zur genaueren Klärung haben jetzt CDU und AfD das Thema auf die Tagesordnung des nächsten Revisionsausschusses am 28. August gesetzt. Laut Bericht des Wiesbadener Kuriers könnte sogar die gesamte Vergabeentscheidung für das Bad auf der Kippe stehen.

Mende will Transparenz herstellen

Am Freitag meldete sich der Wiesbadener Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) auf die Kritik der CDU. In einer Pressemitteilung betonte er, dass ihm Transparenz und Offenheit ein großes Anliegen seien. „Genau diese Transparenz ist mir auch beim Sportpark Rheinhöhe wichtig und selbstverständlich“, so Mende. Dazu kontert er die Kritik der CDU, dass die Stadtverordnetenversammlung nicht ausreichend in den Entscheidungsprozess um das Bad eingebunden gewesen seien. Alle Gremien seien laut Mende ausreichend informiert gewesen, von „Geheimnistuerei“ könne daher keine Rede sein. (js)

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