Für Bahnkunden im Rheingau beginnt am Freitag (10. Juli) eine monatelange Geduldsprobe. Wegen einer Generalsanierung wird die rechte Rheinstrecke zwischen Wiesbaden und Troisdorf bis voraussichtlich zum 12. Dezember vollständig gesperrt. Die ausfallenden Züge sollen durch ein umfangreiches Netz an Ersatzbussen kompensiert werden, wie die Deutsche Bahn mitteilt.
Ziel der umfassenden Bauarbeiten ist es, die rund 160 Kilometer lange Strecke langfristig zuverlässiger zu machen. Dafür werden Gleise, Weichen, Oberleitungen, Signale sowie Brücken und Tunnel erneuert. Störungen und Verspätungen sollen sich dadurch in Zukunft deutlich reduzieren. Zudem sollen die 36 Bahnhöfe auf der Strecke modernisiert und barrierefrei oder zumindest stufenfrei umgestaltet werden.
Ersatzverkehr mit vier Buslinien
Um die ausfallenden Züge zu ersetzen, richtet die Bahn einen Schienenersatzverkehr (SEV) mit insgesamt vier Buslinien für den Rheingau ein. Die Linien RB 10A (Mainz-Rüdesheim), RB 10B (Wiesbaden-Rüdesheim) und RB 10E (Wiesbaden-Lorchhausen) verkehren im 30-Minuten-Takt und bedienen die Halte entlang der Strecke. Ergänzt wird das Angebot durch den Expressbus RB 10X, der von Wiesbaden mit Halt in Rüdesheim bis nach Koblenz fährt.
Grundsätzlich müssen Fahrgäste mit längeren Fahrzeiten rechnen. Eine Ausnahme bildet die Expresslinie RB 10X, deren Fahrt von Rüdesheim nach Wiesbaden mit 37 Minuten nur unwesentlich länger dauert als mit dem Zug. Für den Schülerverkehr werden morgens und nachmittags zusätzliche Gelenkbusse eingesetzt, die unter anderem direkt die St. Ursula-Schule und die Rheingauschule in Geisenheim anfahren.
Einschränkung auch für Autofahrer
Die Ersatzhaltestellen befinden sich meist direkt an den Bahnhöfen oder an zentralen Punkten in den Orten und sind ausgeschildert. Da die Abfahrtszeiten der Busse von den gewohnten Zugfahrplänen abweichen, empfiehlt es sich, die Verbindungen vorab online zu prüfen. Die Bahn will die Auslastung der Busse in den ersten Wochen genau beobachten und die Kapazitäten bei Bedarf anpassen.
Die Sperrung betrifft nicht nur den Zugverkehr, sondern auch zahlreiche Bahnübergänge, die teilweise für die gesamte Dauer geschlossen werden. Grund dafür sind Modernisierungsarbeiten an den Stellwerken. Besonders weitreichende Folgen hat die Sperrung des Bahnübergangs in Rüdesheim an der B42 vom 15. bis 28. Juli. Der Verkehr wird dann weiträumig über Presberg umgeleitet. Die Bahn warnt eindringlich davor, die Gleise während der Bauzeit zu betreten, da dort Baufahrzeuge unterwegs sind.