Stammgäste wollen Wiesbadener Traditionslokal unterstützen

Das Apfelweinlokal „Frankfurter Hof“ in Nordenstadt hat durch den Corona-Lockdown Einbußen verzeichnet. Eine Gruppe Stammgäste hat daher eine Spendenaktion gestartet, um das Traditionshaus zu unterstützen.

Stammgäste wollen Wiesbadener Traditionslokal unterstützen

Handkäse, grüne Soße und dazu ein Glas hausgemachter Apfelwein: All das bietet seit vielen Jahren der Frankfurter Hof in Nordenstadt. Schon seit fünf Generationen betreibt die Familie Sprenger das Lokal in der Oberpfortstraße. Doch wie vielen anderen Lokalen hat die Corona-Krise auch dem Frankfurter Hof stark zugesetzt.

Lockdown kam unvorbereitet

Der plötzliche Lockdown hatte den Frankfurter Hof hart getroffen, erzählt Inhaber Frank Sprenger: „Neben temporär beschränkten Kündigungen und Kurzarbeit haben wir sofort mit dem Straßenverkauf unseres Handkäses und weiterer kalter Speisen begonnen.“ Dieser half vorerst, das Lokal über Wasser zu halten. Nach dem Ende der Beschränkungen im Mai war mit dem Straßenverkauf jedoch erst einmal Schluss. „Öffnen konnten wir aber auch nicht, da wir bau- und Auflagenbedingt unter der damals noch geltenden Quadratmeter Regelung nicht genug Gäste setzen konnten“, erzählt Sprenger.

Erst Anfang Juni konnte der Hof wieder richtig öffnen. Doch die Gäste blieben aus: „Nach einer Woche der Wiedereröffnung haben wir tatsächlich über eine endgültige Schließung nachgedacht, da die Umsätze nicht reichten, die Kosten zu decken.“

„Als Pfarrer habe ich grundsätzlich den Blick und das offene Ohr für Menschen die in Notlagen geraten.“ - Frank Schindling

Von der drohenden Schließung erfuhr auch eine Gruppe Stammgäste rund um den Nordenstädter Pfarrer Frank Schindling: „Als Pfarrer habe ich grundsätzlich den Blick und das offene Ohr für Menschen die in Notlagen geraten.“ Bei einem Besuch im Frankfurter Hof sei er dann mit dem Betreiber ins Gespräch gekommen. Gemeinsam mit seinen Mitstreitern Pawel Meisler, Martin Kunstmann und Thomas Hucke fasste er dann den Plan, eine Rettungsaktion für das angeschlagene Traditionshaus zu starten.

„Rette den Handkäs“

Unter dem Namen „Rette den Handkäs“ haben sie eine Unterstützungsaktion gestartet, um Geld für den Frankfurter Hof zu sammeln. Thomas Hucke erklärt, welche Möglichkeiten die Aktion bietet: „’Große Unterstützer’ spenden dem Frankfurter Hof 100 Euro und erhalten dafür eine von 222 Plaketten, die dauerhaft an einer Wand im Innenhof der Gaststätte angebracht wird. ‘Kleine Unterstützer’ spenden dem Frankfurter Hof 50 Euro und erhalten dafür einen Bembel aus der exklusiven Frankfurter-Hof-Edition.“ Auch sollen alle Unterstützer einen Mitgliedsausweis bekommen. Hucke hofft, dass der Frankfurter Hof durch die Aktion auch etwas beworben wird und so wieder mehr Gäste anzieht, was dem Lokal ebenfalls helfen würde.

Die Inhaber des Hofs waren zunächst etwas zurückhaltend, als sie von der Rettungsaktion erfuhren: „Wir waren anfangs etwas zwiegespalten, wollten wir ja nicht als Bittsteller erscheinen“, erzählt Sprenger. Als sich Frank Schindling als Schirmherr zur Verfügung stellte, war er jedoch überzeugt. „Mittlerweile erhalten wir diesbezüglich regen Zuspruch und freuen uns wahnsinnig“, sagt er.

Sprenger hofft, dass die Spendenaktion hilft, die schwierige finanzielle Lage mittelfristig zu überbrücken. Durch das Verbot von Firmenfeiern rechnet er bis Weihnachten weiterhin mit starken Einbußen. Seit letzter Woche verzeichnet der Hof aber wieder stark steigende Gästezahlen, meint Sprenger: „Dennoch verkaufen wir natürlich pro Gast keine zwei Schnitzel.“ Auch die weiterhin geltenden Abstandsregeln schränken die Zahl der Gäste für den Hof weiter ein.

„Wir lieben unsere Gäste und wollen diese noch lange bewirten.“ - Frank Sprenger

Neben neuen Gästen haben sich auch schon die ersten Unterstützer gefunden, so Hucke: „40 von maximal 222 Tafeln wurden schon verkauft. Außerdem erhalten wir fast täglich Mails von Personen, die uns auch gerne unterstützen wollen.“ Besonders freute ihn die Reaktion der Betreiber, die von dem positiven Feedback überwältigt seien. „Wir lieben unsere Gäste und wollen diese noch lange bewirten“, so Sprenger. Er hofft auch, dass sich bis Ende des Jahres weitere Lockerungen einstellen, sonst werde es schwer, den Winter zu überstehen.

Wer den Frankfurter Hof in Nordenstadt unterstützen will, findet weitere Infos auf der Homepage des Freundeskreises. (ms)

Logo