Rote Blasen am Schlossplatz könnten bald wieder dunkelrot sein

Über 30 Jahre, nachdem das Bild „Rote Blasen“ an die Hauswand am Schlossplatz gemalt wurde, sind die Farben verblasst. Das könnte sich schon bald ändern.

Rote Blasen am Schlossplatz könnten bald wieder dunkelrot sein

„Natürlich werden die Farbtöne von Jahr zu Jahr immer schwächer. Es ist schon ein Wunder, dass überhaupt noch etwas zu sehen ist“, sagt Jimmi D. Paesler. Der Bremer Künstler hat 1989 das Bild „Rote Blasen“ an die Hauswand der heutigen „BrewDog“-Filiale am Schlossplatz gemalt. Von den dunklen Rottönen der Blasen, die zur Zeit der Entstehung des Bildes stark polarisiert hatten, weil sich manch einer an ein Bordell erinnert fühlte, ist kaum etwas übrig.

Das könnte sich jedoch bald ändern. „Ende 2021 wurde ich vom Kulturamt Wiesbaden nach der Möglichkeit einer Wiederherstellung gefragt“, sagt Paesler. „Da ich noch alte Aufrisszeichnungen von 1989 habe, sehe ich das als einigermaßen realistisch an.“ Auch das Thema Finanzierung sei besprochen worden. Allerdings habe er seitdem nichts mehr gehört. „Ich könnte erst ein Team von fähigen künstlerischen Kolleginnen und Kollegen zusammensuchen, die auch ein wenig sportlich sein sollten, wenn das Ganze auch sicher ist.“

Restaurierung im Haushalt 2023 angemeldet

Tatsächlich könnte es bereits im nächsten Jahr soweit sein. „Das Kunstwerk gehört mittlerweile zum Stadtbild und ist aus kunsthistorischer Sicht erhaltenswürdig“, sagt Jörg-Uwe Funk aus dem Kulturamt der Stadt auf Merkurist-Anfrage. Auch der Besitzer des Hauses sei an einer Restaurierung interessiert.

Deshalb wurden Mittel in Höhe von 45.000 Euro für die Wiederherstellung im Wiesbadener Haushalt 2023 angemeldet. Aber: „Die Haushaltsfreigabe steht noch aus.“ Wenn das Kunstwerk tatsächlich restauriert wird, sei eines aber klar, so Jörg-Uwe Funk: „Eine Veränderung der künstlerischen Aussage ist selbstverständlich nicht geplant.“

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