Café Maldaner geschlossen: Das passiert hinter den Kulissen

Seit Anfang Juli ist das Traditionscafé Maldaner in der Wiesbadener Marktstraße geschlossen. Sebastian Schulz, Sohn des Betreiber-Ehepaars und Geschäftsführer der Rösterei Maldaner Coffee Roasters, erklärt im Gespräch mit Merkurist den Hintergrund.

Café Maldaner geschlossen: Das passiert hinter den Kulissen

Wer in dieser Woche durch die Marktstraße schlendert, dem bietet sich ein ungewohnter Anblick. Wo sonst meist voll besetzte Stühle an Tischen stehen und einige Kuchenfans vor der Tür auf Zutritt ins Innere warten, herrscht jetzt gähnende Leere. Das Café Maldaner ist zu.

Café ist sonst selten geschlossen

Immer wieder bleiben Passanten verwundert stehen, ist das Wiener Kaffeehaus doch sonst 364 Tage im Jahr geöffnet — lediglich am Ersten Weihnachtsfeiertag gönnt sich die Betreiberfamilie eine Auszeit. Der Blick der Passanten bleibt an Aushängen am Schaufenster hängen, denn dort finden sich erste Informationen zur Schließung. Demnach öffnet das Lokal ganze fünf Wochen lang und damit bis zum Ende der Sommerferien nicht mehr seine Türen. „Wir werden diese Zeit nutzen um unsere Konditorei und unsere Gasträume zu renovieren“, heißt es auf den Aushängen. Was genau die Wiesbadener nach der Wiedereröffnung am 14. August erwarten wird, weiß Sebastian Schulz, Sohn des Betreiber-Ehepaars und Geschäftsführer der Rösterei Maldaner Coffee Roasters.

„Wir wollen uns weiterentwickeln, um unserem Ruf als Wiener Kaffeehaus noch gerechter zu werden.“ - Sebastian Schulz, Maldaner Coffee Roasters

„Wir wollen uns weiterentwickeln, um unserem Ruf als Wiener Kaffeehaus noch gerechter zu werden“, sagt Schulz zu der ungewohnten Betriebspause. Und so nutzt die Familie die fünf Wochen, um die Konditorei zu erneuern, eine Barista-Station einzubauen und einen neuen Ort für einen schnellen Kaffee für zwischendurch zu schaffen.

Barista-Station mit Milchalternativen

Nach den Sommerferien wird der Kaffee der Maldaner Coffee Roasters im Kaffeehaus also nicht mehr aus Vollautomaten kommen, sondern von ausgebildeten Baristas in Siebträgermaschinen zubereitet. An der neuen Barista-Station gegenüber der Kuchentheke können die Gäste bei der Zubereitung zusehen. „Wir wollen mehr Vielfalt anbieten und den Kaffee per Hand zubereiten, um noch mehr Qualität bieten zu können“, erklärt Schulz die Idee. „Am Sortiment wird sich dadurch nichts ändern — beliebte Angebote wie die Maldaner Melange bleiben natürlich — wir bieten aber verschiedene Bohnen passend zum Kuchen und Milchalternativen wie Hafermilch an.“ Die Kuhmilch soll in Zukunft von lokalen Milchbauern kommen.

Stehbereich für den schnellen Kaffee zwischendurch

Auch sonst wird sich im Gastraum etwas ändern. Während die Konditorei lediglich auf den neuesten Stand gebracht wird, entsteht im Schaufenster ein neuer Ort der Begegnung, wie Schulz sagt. Dort werden Stehtische, Hocker und andere Sitzgelegenheiten stehen, die die Gäste für einen schnellen Espresso oder ein Sandwich nutzen können. Von diesen Änderungen abgesehen, bleibe das Café Maldaner aber so, wie es die Wiesbadener gewohnt sind.

Corona-Einschränkungen machten sich auch im Maldaner bemerkbar

„Auch für uns ist es ungewohnt, dass das Café geschlossen ist. Das war es noch nie. Aber wir freuen uns sehr auf das was kommt.“ - Sebastian Schulz

Für die umfangreichen Arbeiten sei jetzt die beste Zeit, sagt Schulz. Durch die Corona-Beschränkungen sei der Betrieb ohnehin noch nicht wieder so gewesen, wie er zuvor war. „Viele Leute trauen sich noch nicht ins Café zu gehen“, sagt er. So lohne es sich fast mehr, das Lokal für die Sanierungsarbeiten zu schließen, als es unter den jetzigen Bedingungen offen zu halten. Außerdem seien die Sommerferien eine passendere Zeit, als beispielsweise der Winter, wo besonders viele Menschen in Cafés gehen. „Auch für uns ist es ungewohnt, dass das Café geschlossen ist. Das war es noch nie. Aber wir freuen uns sehr auf das was kommt. Es wird sich lohnen.“ (ts)

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