Wiesbaden und das Rhein-Main-Gebiet müssen sich weiter auf extreme Hitze einstellen. Den Höhepunkt der Hitzewelle erwartet der Diplom-Meteorologe Dominik Jung am Freitag (26. Juni) und vor allem am Samstag (27. Juni), wie er auf Anfrage von Merkurist mitteilt. Dann seien in der Region Spitzenwerte zwischen 39 und 41 Grad möglich. Damit könnte auch der historische Temperaturrekord für Wiesbaden geknackt werden.
Der bisherige Stationsrekord für Wiesbaden-Auringen liegt bei 38,9 Grad, gemessen am 25. Juli 2019. Diese Marke sei am Wochenende „durchaus in Reichweite“, so Jung. Allerdings werde es knapp. Ein „Einstellen oder Knacken des Stationsrekords ist möglich, aber keineswegs sicher“, erklärt der Wetter-Experte.
Amtlicher Wert kühler als in der Innenstadt
Für die Einordnung der Temperaturen ist laut dem Meteorologen der Standort der offiziellen Wetterstation entscheidend. Diese befindet sich in Wiesbaden-Auringen, im ländlichen Norden der Stadt auf rund 263 Metern Höhe. „Durch die Höhenlage und die ländliche Umgebung ist es an dieser Station meist ein bis zwei Grad kühler als in der Wiesbadener Innenstadt oder unten in der Rheinebene“, erläutert Jung.
Demnach könnte die Luft in der Wiesbadener Innenstadt heißer als 41 Grad werden. „Der amtliche Wiesbaden-Wert liegt in der Regel etwas unter dem, was die Menschen mitten in der City tatsächlich an Hitze erleben“, so Jung. Die gefühlte Temperatur in der Innenstadt dürfte am Wochenende noch höher liegen, als es bereits diese Woche der Fall war.
Unwetter und Temperatursturz in Aussicht
Auf die extreme Hitze folgt am Sonntag (28. Juni) eine abrupte Wetterwende. Laut Jung kommt es dann zu „teils kräftigen und unwetterartigen Gewittern“. Für Wiesbaden sei das wahrscheinlichste Zeitfenster der Sonntagnachmittag bis in die Nacht zum Montag (29. Juni). „Dann drohen Starkregen, Sturmböen und Hagel“, warnt der Meteorologe.
Mit den Unwettern kühlt es auch deutlich ab. Nach den Höchstwerten um die 40 Grad am Samstag sinken die Temperaturen bereits am Sonntag und fallen ab Montag weiter. Zum Start in die neue Woche pendeln sich die Höchstwerte voraussichtlich bei 22 bis 27 Grad ein. Das entspricht laut Jung einem „Temperatursturz in der Größenordnung von 15 bis 18 Grad innerhalb weniger Tage“.