Hinter den Kulissen beim Wiesbadener Pfingstturnier

Vier Wochen dauert der Aufbau des Pfingstturniers, das am Freitag im Biebricher Schlosspark gestartet ist. Bis Montag haben die Helfer alle Hände voll zu tun, damit sich auf dem Gelände sowohl Besucher als auch Reiter zurechtfinden.

Hinter den Kulissen beim Wiesbadener Pfingstturnier

Wo normalerweise die Biebricher im Sommer picknicken oder spazieren gehen, sind in den letzten Wochen mehrere Reitplätze entstanden. Mit der großen Pferdenacht startete am Freitag das diesjährige Pfingstreitturnier im Biebricher Schlosspark. Bis Montag zeigen dort 160 Reiter aus 25 Nationen ihr Können – unter anderem in den Disziplinen Dressur und Sprung.

500 Helfer und etliche Kilometer Kabel

Damit diese – und auch die Besucher – sich zurecht finden, sind fast 500 Helfer im Park unterwegs. Sie haben fast einen Monat gebraucht, um alles aufzubauen. Dabei mussten insgesamt 5 Kilometer Leitungen verlegt werden, damit das gesamte Gelände mit Wasser versorgt werden kann, weitere 1,5 Kilometer für Abwasser. Hinzu kamen 6 Kilometer Stromkabel und weitere 4 Kilometer Lichterketten, die in den Bäumen der Alleen am Abend für eine gemütliche Stimmung sorgen. Am Ende des Wochenendes werden sie, so schätzen es die Veranstalter vom Wiesbadener Reit- und Fahr-Club (WRFC), so viel Strom verbraucht haben wie 40 Einfamilienhäuser in der gleichen Zeit.

„Wiesbaden ist ein Turnier, das von Pferdeleuten mit viel Herzblut gemacht wird.“ - Chefsteward Franz-Peter Bockholt

Wie viel Arbeit in den Aufbauten steckt, weiß auch Franz-Peter Bockholt. Er ist seit rund 30 Jahren beim Pfingstturnier dabei. Als Chefsteward sorgt er für einen reibungslosen Ablauf am Springplatz. „Wiesbaden ist ein Turnier, das von Pferdeleuten mit viel Herzblut gemacht wird – das merkt man“, sagt der 75-Jährige. Zu seinen Aufgaben gehört es, die Reiter mit ihren Pferden pünktlich zum Platz und zu den Siegerehrungen zu bringen. Wer ihn einmal gesehen hat, erkennt ihn an seiner Melone oft schon weitem.

Unterwegs auf 20 Hektar Parkgelände

Weil die Wege zwischen dem Reitplatz und den 440 Pferdeboxen weit sind, ist er meistens mit seinem Elektroroller, den er „Paula“ nennt, unterwegs. Die Fahrten in der besonderen Location genieße er dabei sehr. „Ich liebe es, mit Paula durch den Park zu fahren, durch die herrlichen Baumalleen und überall amüsieren sich die Papageien“, sagt Bockholt.

Dabei führt ihn sein Weg auch häufig an der Zeltstadt vorbei, die zwischen den Reitplätzen aufgebaut wird. Auf 10.000 Quadratmetern präsentieren dort rund 150 Aussteller ihre Produkte aus dem Reitsport. Aber auch Hüte, Sonnenbrillen und kleine Bars finden die Besucher dort. Zudem bietet die Spielbank Wiesbaden ein „Just-for-Fun“-Casino in einem der Zelte an. Dort wird am Roulette-Tisch und beim Black Jack um Spielgeld gezockt.

1,9 Millionen Euro Etat

Weil die gesamte Veranstaltungsfläche auf 20 Hektar Parkgelände aber nach dem letzten Wettkampf am Montag wieder abgebaut werden muss, und die Biebricher ihren Park unbeschadet zurück haben wollen, wurde fast das komplette Areal mit schützenden Gummimatten ausgelegt. Auch die 550 Tonnen Sand auf den Reitplätzen werden wieder abgetragen. Insgesamt verschlingt das Turnier in diesem Jahr einen Etat von rund 1,9 Millionen Euro. Außer den Aufbauten werden davon auch die Preisgelder bezahlt.

Wer die begehrten Preise gewinnt, können die Wiesbadener noch bis Montag im Schlosspark verfolgen. Insgesamt 5000 Zuschauer passen auf die Tribünenplätze, weitere 17.000 auf die Flaniermeilen. Wem die Tickets zu teuer sind, kann sich die Highlights des Turniers am Montag von 17:45 Uhr bis 18:45 Uhr in der hr-Sendung „Heimspiel“ ansehen. (rk)

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