„Lebensgefährlich“: Regierungspräsidium warnt vorm Schwimmen in Baggerseen

Die Seen bergen viele verschiedene Risiken

„Lebensgefährlich“: Regierungspräsidium warnt vorm Schwimmen in Baggerseen

Weil Ausflüge zum Baggersee immer wieder tödlich enden, warnt das Regierungspräsidium Darmstadt (RP) auch in der Coronakrise davor, in ihnen schwimmen zu gehen. Besonders weil Schwimmbäder und offizielle Badeseen in Hessen derzeit geschlossen sind und Baggerseen wie eine gute Ausweichmöglichkeit wirken können, informiert das RP über die Risiken.

Erster hessischer Todesfall in diesem Jahr bekannt

So ertranken allein im vergangenen Jahr nach Angaben der DLRG 417 Personen in Deutschland - davon 20 in Hessen. Auch in diesem Jahr gab es bereits einen tödlichen Badeunfall im südhessischen Bensheim. Dort war im April eine 41-jährige Frau ertrunken. Der überwiegende Teil der Fälle ereigne sich laut RP in Baggerseen und Teichen. Denn während Freibäder und offizielle Badegewässer von Personal beaufsichtigt werden, dauere es an Baggerseen deutlich länger, bis Hilfe vor Ort ist. Verunglückte werden deshalb oft nur noch tot geborgen, so das RP.

„Das Baden an solchen Seen ist lebensgefährlich.“ - Dr. Frank Baunisch, Dezernatsleiter Bergaufsicht

„Das Baden an solchen Seen ist lebensgefährlich“, sagt der Dezernatsleiter der zuständigen Bergaufsicht des RP, Dr. Frank Braunisch. Das betreffe komplett für die Öffentlichkeit gesperrte Baggerseen, aber auch Bereiche von Badeseen, die nicht für die Freizeitnutzung freigegeben sind. „Steile Böschungen und Abbaugeräte sind für die Badenden nicht einschätzbare Gefahren“, so Braunisch.

Baggerseen bergen verschiedene Risiken

Insbesondere an Stellen, an denen unter Wasser Materialien eingespült werden, könne es gefährlich sein. Was von außen betrachtet wie ein Sandstrand aussieht, kann im Wasser zur tödlichen Falle werden, weil der Untergrund dort keinerlei Stabilität bietet. Auch bei längst stillgelegten Seen kann es unter Wasser zu Rutschungen kommen. Die dadurch entstehenden Kaltwasserströmungen können einen lebensgefährlichen Kälteschock bei den Schwimmern auslösen. Ebenfalls gefährlich sei es, auf schwimmende Geräte wie Bagger oder Förderbänder zu klettern.

Braunisch appelliert deshalb an die Bevölkerung, das eigene Leben und das von Angehörigen oder Freunden nicht für einen illegalen Badeausflug aufs Spiel zu setzen. Wer aktive Bereiche von Baggerseen betritt, mache sich auf den Firmengeländen außerdem des Hausfriedensbruchs schuldig und riskiere damit eine Anzeige samt Bußgeld.

Offizielle Badeseen könnten noch im Sommer wieder öffnen

Wann die offiziellen Badeseen in Hessen wie beispielsweise der Waldsee in Raunheim und das Waldschwimmbad Rüsselsheim wieder öffnen, könnte sich bis Mitte Juni entscheiden. Dann will die hessische Landesregierung mitteilen, wann die Hessen wieder Schwimmen gehen können. Zum Ziel gesetzt hat sich die Landesregierung, Freibäder und Badeseen noch in diesem Sommer zu öffnen. Aktuelle Infos darüber, welche der Seen geöffnet sind, finden Interessierte dann auf der Seite des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie. (pk)

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