Wasser marsch: Kostenfreies Trinkwasser in Wiesbadener Geschäften

Seit dem 1. August ist Wiesbaden Refill-Stadt: Statt sich Wasser unterwegs in Plastikverpackung zu kaufen, kann man in teilnehmenden Geschäften Leitungswasser kostenlos in eine mitgebrachte Flasche abfüllen.

Wasser marsch: Kostenfreies Trinkwasser in Wiesbadener Geschäften

„Habe deine Trinkflasche dabei! Schütze unsere Umwelt! Trink genug Wasser! Lebe gesund! Spare Geld!“ – das sind die Gedanken hinter dem Projekt Refill Deutschland. Fünf gute Gründe um die Aktion nach Wiesbaden zu holen, dachte sich Marie Becker und gründete kurzerhand die hiesige Initiative. Ob Schuhgeschäft, Apotheke, Buchladen oder Café – mitmachen kann jeder, der einen Wasserhahn und geregelte Öffnungszeiten hat. Doch wie geht es weiter, wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind?

Mitmachen erwünscht

Die Teilnahme ist einfach: Aufkleber bestellen, ihn an der Eingangstür anbringen und die Station bei Refill-Wiesbaden anmelden. Alternativ dazu kann man sich den Sticker auch beim Unverpackt-Laden kostenfrei abholen. Mittlerweile nehmen zwölf Läden in Wiesbaden an dem Projekt teil, weitere sollen folgen. Eine Karte auf der Internetseite der Initiative zeigt an, wo sich die Stationen in ganz Deutschland befinden, der blau-weiße Aufkleber kennzeichnet die Wasserspender vor Ort.

„Wasser ist ein kostbares Gut und sollte für jeden Menschen verfügbar sein.“ - Marie Becker

„Wasser ist ein kostbares Gut und sollte für jeden Menschen verfügbar sein“, erklärt Becker ihre Beweggründe. Da Wiesbaden die „Stadt der Quellen“ sei, liege es nahe, hier kostenlose Auffüllstationen anzubieten. Ursprünglich komme die Idee aus dem englischen Bristol und wurde von Refill-Deutschland Gründerin Stephanie Wiermann nach Hamburg geholt. Da Becker ihr Vorhaben rein ehrenamtlich betreibt, ist sie auf Mithilfe andere angewiesen: „Da ich nur begrenzt Zeit habe, freue ich mich über jeden, der sich engagiert und weitere Stationen dazu gewinnt“, erzählt sie.

„An Trinkwasser soll man sich nicht bereichern, das ist selbstverständlich.“ - Izabela Dombek

Trinkwasser ist selbstverständlich

Izabela Dombek, Inhaberin vom Josephine Soul Food Café in der Westendstraße, war gleich bereit das Projekt zu unterstützen, denn sie bietet generell kostenloses Leitungswasser für ihre Gäste an: „An Trinkwasser soll man sich nicht bereichern, das ist selbstverständlich“, begründete sie ihre Entscheidung. Marie Becker sieht die Aktion aber auch noch unter einem anderen Aspekt, denn das Projekt ziehe eine große Aufmerksamkeit auf sich und sei auch Werbung für die Geschäfte. Bis nach Taunusstein seien die Stationen mittlerweile verteilt. Die dort ansässige Ökodruckerei Print Pool sponsert nicht nur die Aufkleber, sondern war gleichzeitig auch erste Wasserstation.

Für die Zukunft wünscht sich Marie Becker, dass es normal wird, Wasser unterwegs abzuzapfen, denn so kenne sie es aus Spanien, wo sie ein Jahr gelebt habe. Auch frei zugängliche Trinkwasserbrunnen in der Innenstadt, wie es sie früher einmal gab, erhofft sie sich zurück. Immerhin wurde der Stein ins Rollen gebracht: „Wenn man nicht anfängt darüber zu reden, dann findet auch keine Veränderung im Umgang mit Plastikmüll und dem Gut Wasser statt.“

Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite von Refill Deutschland. Unter wiesbaden@refill-deutschland.de kann man sich als Wasserauffüllstation anmelden.

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