Wiesbadener Firma stellt aus Airbags Taschen her

Unter dem Motto „Verschwendung minimieren, Materialnutzung verlängern und Sinn stiften“ stellt das Wiesbadener Label Rething nun auch sogennante Airbä(n)gs her. Doch woher kommt das Material eigentlich und wo kann man die Taschen kaufen?

Wiesbadener Firma stellt aus Airbags Taschen her

Wer sein Auto nicht mehr benutzt, es sich aber auch nicht mehr zum Verkauf eignet, kann es zu einem Schrottplatz bringen. Dort wird das Auto dann ordnungsgemäß in seine Einzelteile zerlegt. Aber was passiert eigentlich mit dem Innenleben des Autos? Anke Trischler, Initiatorin des Labels Rething freut sich über die entsorgten Materialien. Seit neustem stellen sie und ihr Team neben Taschen aus Sicherheitsgurten auch Airbä(n)gs , Taschen aus Airbags, her.

Airbä(n)g - Was ist das?

„Unser Demontagehändler des Vertrauens hat uns auf diese geniale Idee gebracht, als er mich vor nicht all zu langer Zeit fragte, ob ich auch Airbags gebrauchen kann“, erzählt Trischler. Seit dem bezieht das Label Rething nun auch Airbags direkt vom Schrottplatz.

„Natürlich benutzen wir nur Airbags die nicht explodiert sind, sprich unfallfreie.“ - Anke Trischler

„Natürlich benutzen wir nur die Airbags, die nicht explodiert sind, sprich unfallfreie, als Material.“Seit 2,5 Jahren produziert das Wiesbadener Label mittlerweile Taschen und Etuis aus Sicherheitsgurten und Fahnenstoff. Die neuen Airbä(n)gs gibt es in fast allen denkbaren Größen und Formen. Was die Farbe angeht, ist Rething auf die Bedruckung des Airbags angewiesen, da alle Taschen aus Originalen hergestellt werden.

Neben den klassischen Modellen besteht auch die Möglichkeit, Taschen nach eigenen Vorstellungen in Auftrag zu geben: „Falls einer unser Kunden gerne noch einen weiteren Knopf oder etwas anderes in die Tasche integriert haben möchte, setzen wir das natürlich gerne um“, so Trischler. Wer gerne Struktur in seine Tasche bringen möchte, kann sich für neun Euro noch kleine Etuis kaufen: „Diese kann man entweder mit einem Karabienerhaken befestigen oder einfach lose in die Tasche werfen.“ Besonders geeignet seien die Taschen zum Einkaufen, für den Garten oder um ins Schwimmbad zu gehen, da sie aufgrund des Materiales wasserabweisend sind.

„Die meisten Menschen haben noch nie einen Airbag gesehen“ - Anke Trischler

Premiere hatten die Taschen bereits am 6. und 7. Mai auf dem Oldtimerwochenende in Flörsheim. Auf dem Festplatz hinter dem Bootshaus konnten die Unikate dann bestaunt und auch gekauft werden: „Das Produkt kommt bei den Leuten sehr gut an. Die meisten Menschen haben noch nie ein Airbag gesehen, es sei denn sie waren in einen Unfall verwickelt“, erklärt Trischler. Preislich liegen die Taschen zwischen 39 und 99 Euro.

Standbein im Klamottenladen

Verkauft werden die Taschen momentan noch „exklusiv“ in dem Geschäft Nizza des Nordens am Kranzplatz. „In der Tat haben wir einige Ausstellungstücke in unserer Auslage. Dadurch werden unsere Kunden auf das Produkt aufmerksam. Falls jemand wirkliches Interesse hat, leiten wir ihn oder sie direkt weiter nach oben ins Büro“, so ein Mitarbeiter des Geschäfts. Künftig sollen die außergewöhnlichen Accessoires auch im Wiesbadener Partnergeschäft Stadtstück und in Mainz bei Grinskram erhältlich sein.

Merkurist