Wohnungsdurchsuchungen bei „Combat 18“-Mitgliedern in Hessen

Innenministerium verbietet rechtsextreme Organisation

Wohnungsdurchsuchungen bei „Combat 18“-Mitgliedern in Hessen

Am Mittwochmorgen hat die Polizei Wohnungen führender Vereinsmitglieder des rechtsextremistischen Vereins „Combat 18“ durchsucht. Auch Objekte in Hessen waren dabei.

Darüber hinaus waren die insgesamt 210 Polizeibeamten auch in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen im Einsatz. Wo genau die Beamten tätig sind, wollte das Bundesinnenministerium am Mittwochmorgen noch nicht mitteilen, da der Einsatz noch laufe.

Bei den Durchsuchungen wurden unter anderem Mobiltelefone, Laptops, Datenträger, Tonträger, waffenrechtlich relevante Gegenstände, Kleidung, NS-Devotionalien und Propagandamittel beschlagnahmt. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat „Combat 18“ außerdem verboten und auf Grundlage des Vereinsgesetzes aufgelöst.

„Combat 18“ tritt selten öffentlichwirksam in Erscheinung. Die neonazistische Ausrichtung der Gruppierung manifestiert sich laut Bundesinnenministerium insbesondere durch den Vertrieb von Tonträgern mit rechtsextremistischer und antisemitischer Musik, die Organisation rechtsextremistischer Konzerte und den Verkauf von rechtsextremistischen Merchandise-Artikeln.

Mitglieder von „Combat 18“ wurden außerdem wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt, nachdem sie im September 2017 bei der Rückkehr von einem Schießtraining, das die Vereinigung in der Tschechischen Republik durchgeführt hatte, unerlaubt Munition nach Deutschland verbracht hatten. (nl)

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