„Widerwärtiger Einschüchterungsversuch“: Café Klatsch erhält erneut rassistische Drohbriefe

Verfasser beziehen sich auf Anschläge in Halle, Hanau und den Mord an Walter Lübcke

„Widerwärtiger Einschüchterungsversuch“: Café Klatsch erhält erneut rassistische Drohbriefe

Das Wiesbadener „Café Klatsch“ und ein weiteres kulturpolitisches Zentrum in Mainz haben erneut rassistische Drohbriefe erhalten. Das teilt das Wiesbadener Bündnis gegen Rechts am Donnerstag mit.

Bereits im vergangenen Jahr erhielt das Café, das sich selbst als „linkes, alternatives Café mit abendlichem Kneipenbetrieb“ bezeichnet, ein Drohschreiben, in dem mit der Ermordung von Flüchtlingen und aller, die sich für Geflüchtete einsetzen, gedroht wurde (wir berichteten).

„Erneut wird damit ein solidarisches Miteinander und das mitmenschliche Zusammenleben direkt angegriffen. Dieses Mal ist ausdrücklich die breite Zivilgesellschaft erklärtes Ziel eines Szenarios, das vor Gewalt und menschenverachtender Fantasien nur so strotzt“, so das Bündnis. Erklärte Feine der Verfasser des Schreibens seien die „Fridays For Future“-Aktivisten, Migranten, People of Colour und alle linken Aktivisten und Organisationen.

In dem Schreiben, dessen Wortlaut hier keine Bühne gegeben werden soll, beziehen sich die Verfasser auf kürzlich verübte Anschläge, wie dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, dem Anschlag in Hanau, bei dem im Februar zehn Menschen getötet wurden und den Angriff auf eine Synagoge in Halle.

Das Bündnis erklärt, dass die Grenze des Hinnehmbaren „schon längst überschritten“ sei und die Gesellschaft als Ganzes Stellung beziehen müsse, um menschenverachtendes Gedankengut aufzudecken und zu bekämpfen. „Es ist höchste Zeit zu handeln und damit einer Entwicklung entschlossen entegegenzutreten, die langfristig zur Spaltung der Bevölkerung führen wird und nicht absehbare Konsequenzen hätte“, erklärt das Bündnis gegen Rechts und macht gleichzeitig klar: „Wir lassen uns nicht einschüchtern!“ (nl)

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