Warum die „Geisterbäume“ im Schlosspark gefährlich sind

Der Anblick ist zwar faszinierend, doch wer beim Spazieren im Park eine zugesponnene Eiche entdeckt, sollte besser Abstand halten. Dort haben sich Insekten eingenistet, die für den Menschen gefährlich werden können.

Warum die „Geisterbäume“ im Schlosspark  gefährlich sind

Es war ein seltsames Bild, das sich Merkurist-Leserin Isabella vor wenigen Tagen beim Spazieren durch den Schlosspark bot: Feine spinnwebenartige Netze durchzogen einige Bäume. Isabella erinnerten die Pflanzen an „Geisterbäume“. In ihrem Snip fragt sie, warum die Bäume plötzlich so seltsam aussehen.

Raupen-Nester

Nähern können sich Parkbesucher den betroffenen Pflanzen im Moment nicht: Die Stadt hat die Bäume weiträumig abgesperrt - und zwar aus Sicherheitsgründen. Was nach geisterhaften Fäden zwischen Ästen und Zweigen aussieht, kann nämlich ganz schon gefährlich werden, warnt das Umweltamt der Stadt Wiesbaden.

„Die Raupen sind zwar nicht für die Bäume gefährlich, bilden aber ein Gefahrenpotenzial für den Menschen“ - Andreas Kowol, Umweltdezernent

In den Bäumen hat sich der Eichen-Prozessionsspinner niedergelassen. Dabei handelt es sich um einen Nachtfalter, der in Hessen immer mehr heimisch wird. Im Moment schlüpfen die Larven der Insekten in den netzartigen Fäden. „Die Raupen sind zwar nicht für die Bäume gefährlich, bilden aber ein Gefahrenpotenzial für den Menschen“, warnt Umweltdezernent Andreas Kowol (Grüne).

Giftige Härchen

Weil die Körper der Raupen mit feinen giftigen Härchen besetzt sind, können sie bei Hautkontakt bei vielen Menschen allergische Reaktionen auslösen. Diese können von einem brennenden Ausschlag bis zu einem allergischen Schock reichen. Insgesamt rund 1500 Bäume in der gesamten Stadt wurden deshalb in den vergangenen Tagen abgesperrt. Dabei handelt es sich - wie der Name der Tiere schon verrät - um Eichen. Denn die Blätter des Baumes dienen den Larven als Nahrung und bilden so den perfekten Standort für die Nester.

Das Umweltamt trifft aber noch weitere Vorkehrungen während der Schlupfzeit. „Mit der Durchführung von prophylaktischen Spritzungen beugt die Stadt den Gesundheitsgefahren durch die Raupen des Eichen-Prozessionsspinners vor“, sagt Kowol. Mit dem Mittel sollen vor allem gesundheitliche Risiken gemindert werden, sodass kein Wiesbadener beim Picknick im Park oder beim Spielen auf dem Spielplatz versehentlich mit den giftigen Raupen in Kontakt kommt.

Doch nicht alle Bäume, in denen sich Netze finden, sind vom Eichenprozessionsspinner befallen. Auch andere Insekten können ähnliche Nester in Sträuchern hinterlassen. Die Eichen, die von den giftigen Raupen befallen sind, stehen unter Beobachtung durch die Stadt. Sie sind durch Absperrungen entsprechend gekennzeichnet.

Hilfe holen

Wer im späten Frühjahr oder im Sommer ein Nest des Eichen-Prozessionsspinners entdeckt, sollte Abstand halten und gegebenenfalls schnell Hilfe holen. Zu erkennen sind befallene Bäume an den netzartigen Fäden, die die Raupen - oft innerhalb weniger Stunden - spinnen. Wer einen Befall im öffentlichen Raum bemerkt, kann sich an die Feuerwehr wenden. Zur Bekämpfung von Eichen-Prozessionsspinnern auf privaten Flächen steht eine Liste mit Firmen auf der Homepage der Stadt Wiesbaden bereit. Weitere Beratung bietet der Umweltladen in der Luisenstraße 19 an.

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