Corona-Maßnahmen: Welche Rechte haben Verbraucher?

Der Alltag steht mittlerweile in fast allen Bereichen still. Aufgrund des Coronavirus' müssen viele Einrichtungen schließen. Welche Rechte habe ich als Verbraucher, wenn eine vereinbarte Leistung nicht erbracht wird?

Corona-Maßnahmen: Welche Rechte haben Verbraucher?

Egal ob Fitnessstudio-Mitgliedschaft, gekaufte Konzert-, Kino- und Theaterkarten, oder der Kurzurlaub: Aufgrund der Corona-Epidemie können viele Dinge, die teils schon lange im Voraus geplant wurden, nicht mehr stattfinden. Durch Einschränkungen des öffentlichen Lebens soll die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus’ verlangsamt werden. Und obwohl diese Maßnahmen allesamt dringend notwendig sind, stehen dem Verbrauchen in einigen Fällen Erstattungen oder Ersatzleistungen zu.

Konzerte, Sport und Co.

Hier gilt grundsätzlich: Wenn Tickets gekauft wurden und das Event aufgrund der Corona-Bestimmungen nicht stattfinden kann, muss der Veranstalter Euch das Geld zurückgeben. Auch, wenn ein Ausweichtermin in weiter Ferne anvisiert wird, seid Ihr nicht verpflichtet, diesen wahrzunehmen und habt ebenfalls Anspruch auf eine Erstattung, so die Verbraucherzentrale. Das gilt sowohl für Konzerte, als auch für Sportveranstaltungen und ähnliche Events.

Eigene Feiern

Was aber, wenn ich nicht Gast auf, sondern Gastgeber einer Feier bin? Egal ob Geburtstag oder Hochzeit — für manche Events werden Räumlichkeiten, Fotografen oder DJs gemietet. Generell, so die Verbraucherzentrale, kann die Leistung aufgrund behördlicher Anordnungen nicht erbracht werden.

Daher wird in den meisten Fällen auch kein Geld fällig, da keine Dienste in Anspruch genommen wurden. „Wir empfehlen jedoch, sich mit dem Hotel oder Restaurant sowie gegebenenfalls mit den weiteren Dienstleistern wie DJs, Fotografen oder Event-Agenturen um eine einvernehmliche Lösung wie einen Ersatztermin zu bemühen“, so die Verbraucherzentrale, da gerade solche Gewerbe durch die Krise existenzbedrohend gefährdet sind.

Urlaub

Nahezu jeder Urlauber ist von den Auswirkungen des Coronavirus’ betroffen. Airlines streichen Flüge, Nachbarländer verweigern die Einreise. Liegt der Urlaub aber in fernerer Zukunft, sollte man noch etwas abwarten. Diese Reisen sind möglicherweise auch noch nicht kostenlos stornierbar. Es wird jedoch unterschieden zwischen Pauschalreisen und Reisen, bei denen Flug und Unterkunft einzeln gebucht wurden. Hier müssen Verbraucher bei der Fluggesellschaft nach den Regelungen fragen, da sich diese unterscheiden und von verschiedenen Faktoren abhängig sind.

Anders sieht es mit unmittelbar bevorstehenden Reisen aus. Ein kostenfreier Rücktritt von Auslandsreisen ist aufgrund der durch das Auswärtige Amt ausgesprochenen Reisewarnungen in den meisten Fällen möglich. Und auch innerhalb Deutschlands sollen die Menschen nicht mehr Reisen und Unterkünfte und Hotels nicht mehr touristisch nutzen. Daher muss man gebuchte Übernachtungen nach Ansicht der Verbraucherzentrale nicht mehr zahlen. „Zumindest wenn für die Buchung deutsches Recht gilt“, so die Experten.

Fitnessstudio-Mitgliedschaft

Viele Menschen haben durch die Einschränkungen nun viel Zeit. Die kann aber nicht genutzt werden, um in einem Fitnessstudio am Sommer-Body zu arbeiten, denn die Studios sind geschlossen. Die Mitgliedsbeiträge werden teilweise auf einen Schlag für ein ganzes Jahr oder Monat für Monat gezahlt. Auch hier gilt: Die vereinbarten Leistungen können nicht erbracht werden. Das heißt, dass das Studio seinen Teil des Vertrags nicht erfüllen kann. Was Euch wiederum davon entbindet, Euren Teil — also das Zahlen der Mitgliedsbeiträge — zu erfüllen.

Im Vertrag dürfte dieser Fall nicht explizit vereinbart sein. Doch es gibt mehrere Möglichkeiten, eine Lösung zu finden, etwa den Vertrag ruhen zu lassen. Einer der größten Fitness-Anbieter, „McFit“, erklärt auf seiner Homepage: „Wir werden dir am Ende deiner Mitgliedschaft die gesamte Dauer der jetzigen Schließung beitragsfrei ersetzen“.

Viele Sonderfälle

Generell gilt: In allen Fällen sollte man Kontakt zur Gegenseite aufnehmen und fragen, wie die Situation gehandhabt wird. Da es sich um einen Sonderfall handelt, gibt es in einigen Fällen keine konkrete Lösung für Ausfälle in Corona-Zeiten. (js)

Logo