Wiesbaden erneut Letzter beim ADFC Fahrradklima-Test

Vieles hat sich getan seit dem letzten Fahrradklimatest 2016. Doch auch im vergangenen Jahr schaffte es Wiesbaden nicht, den letzten Platz im Ranking zu verlassen.

Wiesbaden erneut Letzter beim ADFC Fahrradklima-Test

Wiesbaden hat beim ADFC Fahrradklima-Test 2018 erneut den letzten Platz in seiner Klasse belegt. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) präsentierte die Ergebnisse des Rankings am Dienstag in Berlin.

Demnach gehöre die hessische Landeshauptstadt zwar zu den „Aufholern“, die Verbesserungen reichten jedoch nicht aus, um in der Städtegrößenklasse zwischen 200.000 und 500.000 Einwohnern den 25. und damit letzten Platz zu verlassen. Den Titel als Aufholerstadt in ihrer Größenklasse sicherte sich Wiesbaden mit einer Verbesserung von 4,6 auf 4,4. Die Bewertung folgt dabei dem Schulnotenprinzip. Die bundesweit vergebene Durchschnittsnote liegt bei 3,9. Insgesamt nahmen 170.000 Menschen an der Befragung teil, in Wiesbaden standen 1729 Personen Rede und Antwort.

Was war schlecht?

Im Fahrradklima-Test besonders schlecht erwähnt wurde das mangelnde Sicherheitsgefühl der Wiesbadener Radler. Auch wünschen sich die Teilnehmer strengere und häufigere Kontrollen der vielen Falschparker auf den Radwegen. Ebenfalls bemängelt wurde die Breite der Radwege, hier wünschen sich die Wiesbadener mehr Platz.

Im Vergleich zu anderen Städten wurde auch deutlich, dass in Wiesbaden nur bestimmte Gruppen das Rad überhaupt nutzen und Radfahren wohl kein Thema für Alt und Jung gleichermaßen sei. Bei der Frage nach „Spaß oder Stress?“ wurde deutlich, dass eine Fahrt mit dem Rad für die meisten Teilnehmer mit Stress verbunden und zügiges Radfahren in der Landeshauptstadt kaum möglich ist.

Was war gut?

Als „Aufholer-Stadt“ ist in Wiesbaden in Puncto Radverkehr im vergangenen Jahr aber auch nicht alles schlecht gelaufen. Positiv erwähnt wurden hier die öffentlichen Fahrräder, die durch den Start von „ESWE meinRad“ für jeden zugänglich sind. Für Glücksgefühle sorgte auch die Tatsache, dass viele Einbahnstraßen für Radfahrer entgegen der Fahrtrichtung geöffnet sind. Auch mit der Beschilderung von Radwegen sind die Wiesbadener sehr zufrieden. Im Vergleich zu anderen Städten wurde außerdem positiv hervorgehoben, dass Fahrräder problemlos in öffentlichen Verkehrsmitteln mitgenommen werden können.

Neu in die Bewertung mit eingeflossen waren 2018 auch erstmals fünf Zusatzfragen zum Thema Familienfreundlichkeit. Ergebnis: Auch da kann Wiesbaden nicht punkten. Kleine Kinder können nicht bedenkenlos das Rad nutzen, mit ihm zur Schule fahren, auf Gehwegen radeln oder im Lastenrad mitgenommen werden. (nl/lp)

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