Die Gesellschafterfamilie des Ingelheimer Pharmakonzerns Boehringer ist die reichste in Deutschland. Mit einem geschätzten Vermögen von 66,7 Milliarden Euro steht sie an der Spitze der neuen Liste der 500 reichsten Deutschen, wie das Manager Magazin am Mittwoch (30. September) mitteilt.
Damit führt die Familie Boehringer Ingelheim die Liste zum ersten Mal an. Laut dem Magazin fehlte der Name des Pharmaunternehmens jahrelang in dem Ranking. Grund dafür war eine Vereinbarung aus den Anfangsjahren der Liste. Inzwischen sei die Rechtmäßigkeit der Veröffentlichung von deutschen Gerichten bestätigt, was die Gesellschafterfamilie nun akzeptiere.
Die weiteren Spitzenplätze
Auf dem zweiten Platz der Rangliste landet Lidl-Gründer Dieter Schwarz mit einem geschätzten Vermögen von 53,7 Milliarden Euro. Platz drei belegt die Familie Merck aus Darmstadt, deren Vermögen auf 50,7 Milliarden Euro geschätzt wird und die im Pharma-Bereich tätig sind.
Platz vier geht mit 33,3 Milliarden Euro Besitz an die BMW-Inhaber: Familien Susanne Klatten und Stefan Quandt. Mit der SGL Carbon, einem Spezialist für Graphit & Faserverbundwerkstoffe, besitzen sie auch einen Unternehmenssitz in Wiesbaden. Im Vergleich zum Vorjahr büßten die Familien jedoch 2,8 Milliarden Euro an Vermögen ein.
Die reichsten Wiesbadener
Wiesbadener Familien oder Unternehmen finden sich erst ab Platz 131. Das ist die Platzierung für Alfred und Carl Ferdinand Oetker. Sie führen unter anderem den Getränkehersteller Henkell & Co. aus Wiesbaden. Hinzu kommen Vermögenswerte aus Chemie, Hotels und Kunst sodass das Manager Magazin von einem Gesamtvermögen von 2 Milliarden Euro ausgeht.
Genau ein Unternehmen, der Wiesbadener Textildienstleister MEWA, verhilft Familie Gebauer auf Platz 200 der Reichenliste. Ihr Vermögen, das auch in der Familienstiftung gebunden ist, wird auf 1,2 Milliarden Euro geschätzt.
Familie Dyckerhoff, die unter anderem Baustoffe mit Dyckerhoff in Wiesbaden produziert, landet auf Platz 242 und damit gerade noch unter den Milliardären der Liste. Alle nachfolgenden Plätze unterschreiten ein Gesamtvermögen von 1 Milliarde Euro. So zum Beispiel Familie Hankammer mit ihrem Taunussteiner Unternehmen Brita, das Wasserfilter herstellt. Ihr Vermögen beträgt schätzungsweise 800 Millionen Euro, was Platz 304 entspricht.
Hier die Übersicht der Mainzer und Wiesbadener auf der Liste der reichsten Deutschen:
Rekordzahl an Milliardären in Deutschland
Insgesamt ist das Vermögen der 100 reichsten Deutschen in den vergangenen zwölf Monaten um 3,4 Prozent auf knapp 784 Milliarden Euro gestiegen. Das Wachstum fiel damit etwas langsamer aus als an der Börse, wo der Dax im selben Zeitraum um fast 9 Prozent zulegte. Laut dem Manager Magazin gibt es in Deutschland aktuell 257 Milliardärinnen und Milliardäre, was einen neuen Rekord darstellt. Die Zahl umfasst sowohl Einzelpersonen als auch Großfamilien.
So wird das Vermögen geschätzt
Bei allen Vermögensangaben handelt es sich um Schätzungen des Manager Magazins. Grundlage sind Recherchen in Archiven und Registern sowie bei Vermögensverwaltern, Anwälten und Bankern. Die Vermögen werden laut dem Magazin konservativ bewertet. Aktienkapital wird nach den Schlusskursen vom 15. September 2026 berechnet, nicht börsennotierte Unternehmen nach Umsatz, Profitabilität und Marktstellung. Als Vermögen gelten Beteiligungen, Grund- und Immobilienbesitz, Aktien und Kunstobjekte. Auch Stiftungsvermögen von Familien werden mitberechnet.