Wiesbaden bekommt Pop-Up-Radspur auf der Wilhelmstraße

Entlang der Wilhelmstraße wird am Samstag ein neuer Radweg eingeweiht. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Pop-Up Bike Lane, also einen temporären Radweg, der ebenso schnell wieder verschwinden wird, wie er errichtet wurde.

Wiesbaden bekommt Pop-Up-Radspur auf der Wilhelmstraße

In Zeiten der Corona-Pandemie hat sich das Bild vieler Städte verändert. Deutlich weniger Autos sind unterwegs, Fußgänger genießen das „Rauskommen“ und Radfahrer haben mehr Platz als sonst. Generell sind mehr Menschen mit dem Rad unterwegs, um dem Infektionsrisiko in öffentlichen Verkehrsmitteln aus dem Weg zu gehen. Zusätzlich haben einige Städte, wie zum Beispiel Berlin, sogenannte Pop-Up Bike Lanes errichtet. Temporäre Radwege, die dem geänderten Mobilitätsverhalten zugute kommen sollen.

Wilhelmstraße bekommt Pop-Up Bike Lane

Ähnliches ist am Samstag auch auf der Wilhelmstraße in Wiesbaden geplant. Der ADFC wird dort zwischen Bierstädter und Frankfurter Straße einen temporären Radweg errichten. Zwischen 10 Uhr und 12 Uhr will man der Stadt zeigen, wie unkompliziert eine Radspur in der Umsetzung ist und gleichzeitig auf Verbesserungsbedarf im Wiesbadener Radwegenetz hinweisen. Dazu wird die rechte Fahrspur vom Autoverkehr abgetrennt, damit Radfahrer dort unbedrängt fahren können.

„Wenn die ‘neue’ Normalität zurückkehrt, braucht Wiesbaden ein leistungsfähiges Radwegenetz, damit die wirtschaftliche Erholung nicht im Stau stecken bleibt“, sagt Erik Frank, 1. Vorsitzender des ADFC-Kreisverbands Wiesbaden/Rheingau-Taunus. Seiner Meinung nach habe sich in den vergangenen Wochen gezeigt, dass viele Wiesbadener aufs Fahrrad umgestiegen sind, weil weniger Autos unterwegs sind. „Die Radfahrer haben sich sicherer gefühlt.“ Sicherheit, die auch auf den Pop-Up Bike Lanes vorhanden ist.

Einmalige Chance

Die Erfahrungen mit den Radspuren in Berlin zeigen, dass mit der nötigen Unterstützung aus Politik und Verwaltung eine schnelle Umsetzung möglich ist. Rund 20 Kilometer in der Innenstadt sind dort zu Pop-Up-Radwegen geworden.

Geht es nach dem ADFC, bietet die aktuelle, verkehrsärmere Zeit die einmalige Chance temporäre Neugestaltungen im öffentlichen Verkehrsraum auszuprobieren, auszuwerten und gegebenenfalls zu verstetigen. Ein Teil dazu soll die Veranstaltung am Samstag leisten. (ab)

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