Wo ist die Wiesbadener Fahrradstaffel?

Seit 2021 ist die Fahrradstaffel der Verkehrspolizei auf den Wiesbadener Radwegen unterwegs. Jedoch fragen sich Merkurist-Leser, wo die Beamten auf Rädern geblieben sind.

Wo ist die Wiesbadener Fahrradstaffel?

Im Februar 2021 wurde in Wiesbaden die Fahrradstaffel der Kommunalen Verkehrspolizei vorgestellt. Auf vier E-Bikes im Wert von 18.000 Euro sind seitdem vier Beamte in Doppelstreife im Stadtgebiet unterwegs. Ein Jahr später stellen sich Merkurist-Leser die Frage, wo die Beamten noch eingesetzt werden. Denn auf Radwegen seien sie kaum anzutreffen.

Als Haupteinsatzgebiet der Fahrradstaffel war die Rheinschiene zwischen Schierstein und Kostheim vorgesehen, wie die Stadt Wiesbaden zum Einsatzbeginn bekannt gab. Dort wolle man Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern vermeiden, so Winnrich Tischel, Leiter des Straßenverkehrsamts in der damaligen Pressemitteilung. Zudem war vorgesehen, die Beamten zur Sicherung der Radverkehrsanlagen, zur Begleitung von Fahrradkorsen oder Umzügen und zur Überwachung von Grünanlagen und Fußgängerzonen einzusetzen.

Wendigkeit bestimmt den Einsatzort

„Die Fahrradstaffel wird keineswegs nur oder schwerpunktmäßig für die verkehrliche Kontrolle von Radwegen eingesetzt,“ erklärt Winnrich Tischel auf Merkurist-Anfrage. Die Radwege würden stattdessen auch durch alle anderen Streifen kontrolliert. Stattdessen würden die Fahrräder in den Gebieten eingesetzt, die in der Pressemitteilung angekündigt worden waren. Zudem seien sie auf Feld- und Waldwegen sowie überall dort unterwegs, wo sie auf Grund ihrer Wendigkeit den Streifenwagen überlegen seien. Die Auswahl der Einsatzorte orientiere sich dabei an den Vorteilen, die die Fahrräder mit sich bringen. Dazu gehört laut Tischel auch die direkte Kommunikation der Beamten mit Menschen.

Das Straßenverkehrsamt ist laut Tischel sehr zufrieden mit der bisherigen Arbeit der Fahrradstaffel. Sie sei „ein hervorragender Bestandteil moderner verkehrspolizeilicher Strategie in der Stadtgesellschaft“. Ein Vergrößerung sei auf Grund der Haushaltslage der Stadt Wiesbaden nicht geplant. Zudem werde sich die Fahrradstaffel durch die Zusammenlegung der beiden kommunalen Polizeien automatisch vergrößern.

ADFC wünscht sich Kontrollen von falschparkenden Autos

Günni Langer, Pressesprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Wiesbaden (ADFC), kann bestätigen, dass die Fahrradstaffel hauptsächlich auf der Rheinschiene unterwegs ist. „Die Präsens sorgt für die Vermeidung von Konflikten zwischen Radfahrenden und Zufußgehenden, deren Ursachen oft die mangelnde Fläche und die hohe Nutzung ist“, so Langer. Mit diesem Teil der Arbeit der Fahrradstaffel sei der ADFC zufrieden.

Ergänzend wünsche sich der Fahrradclub jedoch, dass die Beamten Radwege verstärkt auf falschparkende PKWs kontrollieren. „Die Unzuverlässigkeit der Verfügbarkeit der Radinfrastruktur sorgt für Frust beim Radfahren und am Ende dafür, dass der Drahtesel im Keller verschwindet“, so Langer. Kontrollen würde man sich zum Beispiel am Schutzstreifen in der Taunusstraße und am Radweg der Erich-Ollenhauer-Straße wünschen.

Gefahrenzone Amöneburger Kreisel

Auch Merkurist-Leser haben einige weitere Vorschläge, wo die Fahrradstaffel vermehrt kontrollieren sollte. So würden Radfahrer trotz Absteigegebots den Amöneburger Kreisel durchfahren und Zusammenstöße mit Autos riskieren. Zudem habe der einseitige Radweg an der Mainzer Straße Gefahrenpotenzial. Dort würden Radfahrer an Ausfahrten oft übersehen werden.

Der ADFC würde sich zudem darüber freuen, wenn Aktionen zum Mindestüberholabstand von 1,5 Metern für Autofahrer angeboten werden würden. „Ein geringer Überholabstand sorgt beim Radfahren für ein Unwohlsein und erhöht das Stressniveau“, so Langer.

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