Umweltspur am Landeshaus: ADFC appelliert an Politiker

Seitdem die Rechtsabbiegerspur am Landeshaus gesperrt wurde, haben sich viele Politiker und Wiesbadener zu dem Thema geäußert. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub hofft jetzt, dass die Aufregung den Radfahrern nicht zum Verhängnis wird.

Umweltspur am Landeshaus: ADFC appelliert an Politiker

Nachdem in den vergangenen Wochen viele Politiker ihre Wut über die Situation am Landeshaus geäußert haben, meldet sich jetzt auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) in Wiesbaden zu Wort. Er hofft vor allem, dass trotz all der Aufregung die Förderung des Radverkehrs nicht nachlässt.

Politiker kritisierten das Verkehrsdezernat

Dass die Rechtsabbiegerspur am Landeshaus vom ersten Ring in Richtung Biebrich nach mehreren Unfällen gesperrt wurde, stieß bei Politiker von FDP, CDU, SPD und den Freien Wählern auf Unverständnis. Sie sprachen von einem Alleingang des Verkehrsdezernenten, wollten Alternativen zur langfristigen Sperrung der Spur prüfen und verurteilten auch die Kommunikation des Dezernats und der für die Umweltspuren beauftragten Kommunikationsagentur.

Der ADFC hingegen findet es gut, dass sich an dem Unfallschwerpunkt etwas getan hat. „Radfahrende benötigen ein geschlossenes Radwegenetz auf dem sie sich sicher fühlen. Wir sind froh, dass polizeilich bekannte Unfallschwerpunkte baulich durch die Stadt Wiesbaden entschärft werden“, so Eru Frank, Vorsitzende des ADFC Wiesbaden/Rheingau-Taunus. Die Häufigkeit der Unfälle in dem Bereich hätte die Sperrung und die vorgezogene Überarbeitung der Ampelanlage notwendig gemacht. „Die Umleitung der Rechtsabbieger über einen U-Turn am Bahnhof in Richtung Biebrich stellt die sicherste Lösung für die Radfahrenden auf der Umweltspur dar“, sagt Frank weiter.

Appell an die Politik

In einem Appell richtet sich der Club vor allem an die Politiker der Stadt. „Neue Radwege benötigen politischen Rückhalt. Wiesbaden wird die Rote Laterne beim deutschlandweiten Städteranking ‘Fahrradklimatest’ nur ablegen, wenn nicht jeder Meter eines neuen Radweges diskutiert wird“, erklärt Frank. Das aktuelle politische Klima bei Radverkehrsthemen sei ähnlich aggressiv wie das Verkehrsklima in Wiesbaden. „Der ADFC fordert daher alle politischen Parteien dazu auf, bei der Förderung des Radverkehrs nicht nachzulassen und zusammenzuarbeiten.“

Denn die Umweltspuren kämen — obwohl sie noch nicht fertig sind — gut bei den Radfahren an und würden viel genutzt. „Darunter sind viele Aufsteiger, die während der Corona-Pandemie das Fahrrad fahren fürs Pendeln neu entdeckt haben“, so der Club. Der ADFC schätzt, dass die Spur noch einmal stärker genutzt wird, wenn sie fertig ist. (ts)

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