Statt Umweltspur: Dürfen Fahrräder auf dem 1. Ring über die Mittelinsel fahren?

Auf der Umweltspur sollen sowohl Busse als auch Radfahrer schnell zwischen Sedanplatz und Berliner Straße vorankommen. Doch gibt es für Radfahrer auch die Alternative „ab durch die Mitte“?

Statt Umweltspur: Dürfen Fahrräder auf dem 1. Ring über die Mittelinsel fahren?

Zwischen dem Sedanplatz und der Berliner Straße soll die Umweltspur das zügige Radfahren auf dem vielbefahrenen ersten Ring erleichtern. Trotzdem will manch ein Radfahrer dort nicht entlang: Sei es durch Unfallschwerpunkte wie am Landeshaus (wir berichteten), das Unwohlsein, wenn ein Bus hinter einem auf der Umweltspur fährt oder die Tatsache, dass die Bus- und Radspur noch nicht bis in die Berliner Straße reicht.

Auch Merkurist-Leser Siegfried fragt in seinem Snip: Warum wurde auf dem 1. Ring der Mittelstreifen nicht grundsätzlich als Radweg eingerichtet? Denn derzeit ist das noch nicht überall offiziell erlaubt. Daniel Sidiani aus dem Wiesbadener Verkehrsdezernat sagt dazu: „Zwischen Sedanplatz und Dotzheimer Straße ist der Weg bereits durchgehend für den Radverkehr freigegeben.“ Doch dabei soll es nicht bleiben.

Nicht für alle Radfahrer

Bereits im vergangenen Winter wurden auf diesem Abschnitt neue Ampeln auf Höhe der Wellritz- und Bleichstraße installiert. „Zwischen Dotzheimer Straße und Gutenbergplatz ist das Fahren in der Mittelachse durch das Verkehrszeichen ‘Radverkehr frei’ zwischen den einzelnen Knotenpunkten freigegeben“, erklärt Sidiani.

Zwar sei eine durchgängige Mittelachse zwischen Sedanplatz und Gutenbergplatz „fester Bestandteil der Planungen“, wie Sidiani sagt, wegen der schmalen Wegbreite und der Einschränkungen durch Bäume, Einbauten und vor allem der Parkplätze, bleibt dieser Weg jedoch vor allem ein Gehweg. „Er darf von Radfahrern mit angepasster Geschwindigkeit mitbenutzt werden. Daher ist diese Verbindung insbesondere für unsichere beziehungsweise langsamere Radfahrende gedacht“, sagt Sidiani. Wer schneller unterwegs ist und beispielsweise E-Bike fährt, soll eher die Umweltspur auf dem ersten Ring nutzen.

Umweltspur bald durchgängig

Die Umweltspur zwischen Sedanplatz und Berliner Straße kann außerdem bald durchgängig und in beide Richtungen mit dem Rad befahren werden. „Derzeit wird der Knotenpunkt an der Dotzheimer Straße umgebaut, als nächstes an der Ringkirche und sobald es die Witterung zulässt, der Knotenpunkt Oranienstraße und Schiersteiner Straße“, so Sidiani. Komplett fertiggestellt werden könnte die Umweltspur noch in diesem Jahr, corona- und witterungsbedingt könnte es aber auch erst im Frühjahr so weit sein.

Schon jetzt ließen sich erhebliche Verbesserungen der Pünktlichkeit der ESWE-Buslinien feststellen. Auch der Radverkehr habe laut Sidiani seit Einrichtung der Umweltspuren merklich zugenommen. „Die Gehwege am Ring sind wieder reine Gehwege geworden, was es einfach attraktiver macht, Kurzstrecken auch mal zu laufen. Der Umweltverbund aus Rad- und Fußverkehr und ÖPNV ist deutlich attraktiver geworden. Das war eine der zentralen Zielsetzungen des hessischen Luftreinhaltplans für Wiesbaden.“ (js)

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