91 Parkplätze weichen neuem Radweg in der Sonnenberger Straße

Um mehr Sicherheit für Radfahrer zu schaffen, soll in einem Abschnitt der Sonnenberger Straße ein neuer Radweg gebaut werden. Das würde auch gleichzeitig das Ende der dortigen Parkplätze bedeuten.

91 Parkplätze weichen neuem Radweg in der Sonnenberger Straße

Nach einer aktuellen Umfrage der Stadt wünschen sich 64 Prozent der Wiesbadener eine Verbesserung für den Radverkehr in Wiesbaden. In den vergangenen Jahren hat sich rund um die Innenstadt bereits einiges getan — es gibt neue Radwege und Umweltspuren. Und auch einige Meter von der Innenstadt entfernt, in der Sonnenberger Straße, will das Verkehrsdezernat jetzt mehr für die steigende Zahl der Wiesbadener Radfahrer tun. Die Pläne dafür wurden am Mittwoch im Ortsbeirat Nordost präsentiert.

Alle sollen profitieren

Wer aktuell mit dem Rad zwischen Sonnenberg und der Innenstadt pendelt, muss sich die Fahrbahn mit dem Autoverkehr teilen. Durch die parkenden und fahrenden Autos, die Höhenunterschiede und den an vielen Stellen geflickten Bodenbelag, wird die Fahrt aber schnell unübersichtlich und gefährlich. Daher will das Verkehrsdezernat im Abschnitt zwischen der Wilhelmstraße und der Josef-von-Lauff-Straße in beiden Fahrtrichtungen Radspuren einrichten. „Durch die Maßnahme werden leider die Parkplätze an der Straße wegfallen“, erklärt Daniel Sidiani vom Wiesbadener Verkehrsdezernat. Nur so könne der Radweg adäquat installiert werden.

Laut Zählungen des Dezernats seien aber die meisten der dort abgestellten Fahrzeuge mit auswärtigen Kennzeichen, sodass die Anwohner eher weniger belastet werden. „Wir sind mit dem Sozialministerium im Gespräch, ob es einige Parkplätze für die Öffentlichkeit abstellen kann“, so Sidiani. Aus Sicht des Dezernats würden von den neuen Radwegen alle Verkehrsteilnehmer profitieren: Da bei der Einrichtung der Radspuren auch die Fahrbahndecke mit saniert wird, hätten Autofahrer in Zukunft eine bessere Straße, während Fußgänger durch das Parkverbot auf dem Gehweg demnächst zusätzlichen Platz hätten.

„Es gibt keine Alternativen zum Parken.“ - Norman Gabler, FDP

Besonders der Wegfall der 91 kostenlosen Parkplätze sorgte im Ortsbeirat bei FDP und CDU für Unmut. „Es gibt keine Alternativen zum Parken“, meint Norman Gabler von der FDP. Die angrenzenden Parkhäuser seien überfüllt, zudem würden Autofahrer dann auf die angrenzenden Wohnstraßen ausweichen. Als Alternative schlugen CDU und FDP vor, zu prüfen, ob Radfahrer auch durch den angrenzenden Kurpark fahren könnten. Dies sei vom Verkehrsdezernat mehrfach geprüft worden, so Sidiani, sei aber aus Denkmalschutzgründen nicht möglich. Zudem verwies er auf einen Gesetzesentwurf der Grünen aus dem Sommer 2018, durch den zumindest für Kinder das Radfahren im Kurpark erlaubt hätte werden können. Dieser wurde aber, mit Stimmen von CDU, FDP und AfD, abgelehnt.

Und auch in der aktuellen Ortsbeiratssitzung stimmten CDU und FDP gegen den neuen Radweg. Das Gremium hat aber nicht die letzte Entscheidungsgewalt zu dem Thema, schon in der nächsten Woche werden die Pläne dem Magistrat vorgelegt. Wenn dieser zustimmt, kann der Radweg in den Sommerferien installiert werden. Die Kosten liegen bei knapp einer Millionen Euro. (ms/ts)

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