Große Änderungen im Radverkehr in Wiesbaden 2020

Neue Radwege, Ausbau der Umweltspuren und mehr Stellplätze: Um das Radfahren in Wiesbaden zu verbessern, hat die Stadt zahlreiche Maßnahmen für das neue Jahr angekündigt.

Große Änderungen im Radverkehr in Wiesbaden 2020

Seit Wiesbaden im Jahr 2017 vom ADFC erneut zur fahrradunfreundlichsten Stadt Deutschlands gekürt wurde, hat die Stadt viel unternommen, um den Radverkehr zu optimieren. Dazu gehören etwa die Einführung neuer Radwege oder die Installation von Schutzstreifen. Auch im Jahr 2020 werden einige Neuerungen im Radverkehr in Wiesbaden dazu kommen. Wir geben einen Überblick:

Ausbau der Umweltspur

Um die Luftverschmutzung in der Wiesbadener Innenstadt zu reduzieren, soll der Autoverkehr weg vom ersten und hin zum zweiten Ring geleitet werden. Eine der Maßnahmen, um das zu erreichen, ist die sogenannte Umweltspur am ersten Ring. Die Spur, auf der nur noch Linienbusse und Fahrräder dürfen, besteht schon zwischen dem Sedanplatz und der Dotzheimer Straße. 2020 soll sie erweitert werden, der nächste Abschnitt wird zwischen der Ringkirche und der Schiersteiner Straße entstehen. Ebenfalls schon im Bau befindet sich die Radverbindung entlang der Saarstraße, welche Schierstein und den Rheingau direkt an die Innenstadt anschließen soll.

Neue Verbindungen

Nachholbedarf in Sachen Radwege hat der Osten Wiesbadens. Zur Verbesserung plant die Stadt hier, die Lessingstraße mit einer Rad-Infrastruktur auszustatten, sodass zusammen mit der Matthias-Claudius-Straße eine neue, durchgängige Ost-West-Verbindung vom Dichterviertel bis in das Gebiet ums St. Josefs-Hospital und die Helene-Lange-Schule entsteht. Dazu wurden an den Reisinger Anlagen durch das Absenken der Bordsteine die ersten Schritte eingeleitet. Auch die New-York-Straße soll 2020 einen neuen kombinierten Geh- und Radweg erhalten, was besonders für die Bierstadter eine bessere Radanbindung zum Hauptbahnhof ermöglicht.

Mit dem Rad zur Arbeit

Neben dem ersten Ring wird auch die Abraham-Lincoln-Straße eine Umweltspur auf der nördlichen Straßenhälfte bekommen. Auf der Südseite wird hingegen ein Radschutzstreifen installiert. Dadurch sollen die vielen Menschen, die ihren Arbeitsplatz im Bereich der Abraham-Lincoln-Straße und Berliner Straße haben, diesen besser mit dem Rad erreichen können. Dies hatte, so Verkehrsdezernent Andreas Kowol, etwa die dort ansässige R+V Versicherung gefordert. Auch sonst sollen durch die neuen Radwege mehr Menschen mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, meint Kowol: „Die Zeiten, in denen das Rad als reines Freizeitvergnügen betrachtet wurde, sind vorbei – auch in Wiesbaden.“

Weitere Maßnahmen

Kleinere Veränderungen im Radverkehr kommen 2020 in Biebrich. Hier wird die Tannhäuser Straße im Zuge der anstehenden Straßensanierung mit Radschutzstreifen ausgestattet, um die Erich-Ollenhauer-Straße mit der Biebricher Allee zu verbinden. In den Stadtteilen Kastel und Kostheim soll zudem die Steinern Straße beidseitig eine sichere Radverkehrsführung erhalten, die Planung hierfür wird im Tiefbau- und Vermessungsamt derzeit erarbeitet. Ebenfalls noch in der Planung befinden sich die möglichen Radwege nach Sonnenberg, hier will das Verkehrsdezernat aber noch im Januar eine Lösung vorlegen. Im Wiesbadener Westend wird die Wellritzstraße entgegen der Fahrtrichtung für den Radverkehr geöffnet, was für eine bessere Erreichbarkeit der dortigen Restaurants und Geschäfte sorgen soll.

Neben der neuen Radwege will die Stadt auch für mehr Fahrrad-Abstellplätze sorgen. Am Hauptbahnhof sollen erste abschließbare Boxen installiert werden, an öffentlichen Einrichtungen wie zum Beispiel Schulen sollen 750 neue Abstellplätze entstehen. (ms)

Logo