Wie geht es mit der Citypassage weiter?

Die Citypassage soll zum Quartier Fünfgassen werden. Doch seit das Projekt vor zwei Jahren vorgestellt wurde, hat sich nichts sichtbares verändert. Warum stockt das Bauprojekt?

Wie geht es mit der Citypassage weiter?

Seit Sommer 2018 ist klar: Die Citypassage soll aus dem Wiesbadener Stadtbild verschwinden. Der Projektentwickler „Development Partner“ (DP) hatte ambitionierte Pläne für ein mit fünf Gassen durchzogenes, belebendes Projekt vorgestellt und sich als Bestbieter in dem Verkaufsverfahren hervorgetan. Doch seit der Vorstellung der Pläne ist scheinbar nichts passiert. Werden diese überhaupt noch umgesetzt?

„Wir haben ein Moratorium vereinbart.“ - Rainer Emmel, WVV

Rainer Emmel, Geschäftsführer der WVV Wiesbaden Holding GmbH, weiß, wo es in der Umsetzung klemmt: „Wir haben ein Moratorium vereinbart, das heißt, wir haben den Abschluss der Vertragsverhandlungen zunächst ausgesetzt um die weiteren Entwicklungen von Corona zu betrachten.“ Denn: Der Entwurf von DP sah eigentlich vor, im „Quartier Fünfgassen“, so der Name des Citypassagen-Nachfolgers, unter anderem Hotellerie, Einzelhandel und ein Fitnessstudio unterzubringen. „Dies sind alles Bereiche, die unmittelbar durch die aktuelle Corona-Krise wirtschaftlich stark betroffen sind“, so Emmel. Das habe auch entsprechende Auswirkungen auf die Firma DP selbst.

Pop-Up-Nutzung im Gespräch

„Wir sind zuversichtlich, dass wir eine solche Nutzung möglich machen können.“ - Rainer Emmel

Das Moratorium soll aber kein Dauerzustand sein. „Aus unserer Sicht muss bis Ende des Jahres eine verbindliche Entscheidung getroffen werden, ob das Projekt mit DP realisiert werden kann“, sagt Emmel. Bis dahin könne man sich aber auch eine anderweitige Nutzung der leerstehenden Citypassage vorstellen. Möglich wäre eine Pop-Up-Nutzung. Dafür prüfe man derzeit gemeinsam mit der SEG, ob und wie dies bauordnungsrechtlich möglich wäre. „Wir sind aber zuversichtlich, dass wir — zumindest in Teilflächen — eine solche Nutzung möglich machen können.“

Noch ist das „Quartier Fünfgassen“ also nicht gänzlich vom Tisch. Eine Rückmeldung zum Kaufvertragsangebot ist bislang schriftlich aber noch nicht erfolgt. „Auf telefonische Nachfrage wurde dies mit dem Hinweis, dass die Corona-Auswirkungen noch nicht beendet sind und damit nicht valide bewertet werden können, beantwortet“, sagt Emmel. Sollte DP abspringen oder die WVV die Zusammenarbeit beenden, muss jedoch eine Alternative her.

Loses Interesse bekundet

Dann kämen möglicherweise die anderen Bieter, die hinter DP landeten, wieder mit der WVV an einen Tisch. Man müsse dann entscheiden, ob ein anderer Interessent den Zuschlag erhalte, oder das Vergabeverfahren beendet werde. „Auch außerhalb des Verfahrens wurde — zumindest lose — Interesse von weiteren Interessenten bekunden“, sagt Emmel. Im schlimmsten Fall bleibt also auch nach dem Jahreswechsel erst einmal weiter die Ungewissheit, wie es mit der Citypassage weiter geht. (nl)

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