Wie müssen sich Corona-Infizierte in einem Mehrfamilienhaus verhalten?

Wer mit Corona infiziert ist, muss sich für 14 Tage in Quarantäne begeben und soll Kontakt mit anderen Menschen vermeiden. Das ist in Mehrfamilienhäusern aber nicht immer so leicht.

Wie müssen sich Corona-Infizierte in einem Mehrfamilienhaus verhalten?

Durch die Coronapandemie sind momentan fast alle dazu gezwungen, in ihren eigenen vier Wänden zu bleiben. Während die meisten freiwillig zuhause bleiben, um die Ausbreitung des Virus’ zu verlangsamen, sind andere aufgrund einer Infektion dazu gezwungen. Für diese Menschen gilt dann meistens eine 14-tägige häusliche Quarantäne, in der sie jeden Kontakt zu anderen vermeiden sollen. Was sich in einem Einfamilienhaus ganz gut durchführen lässt, kann in einem Mehrfamilienhaus zu einem Problem werden.

Dort kann es immer wieder zu Kontakt kommen, wie auch Merkurist-Leserin Petra anmerkte. In einem Snip fragte sie, ob Mieter informiert werden müssen, wenn in der Hausgemeinschaft ein Quarantänefall vorliegt?

Keine rechtlichen Grundlagen

Da die aktuelle Situation auch für Mieter komplett neu ist, gibt es zu der Frage noch keine rechtlichen Entscheidungen, wie der Wiesbadener Anwalt für Mietrecht, Sebastian Rosenbusch-Bansi von der Kanzlei Cäsar-Preller, erklärt: „Es gibt im Mehrfamilienhaus viele Bereiche die von allen Mietern genutzt werden, wie etwa das Treppenhaus oder die Mülltonnen. Hier gilt eine Vorsorgepflicht für den Vermieter.“ Wichtig sei dabei aber immer, dass der Datenschutz eingehalten wird. „So lange es nicht absolut notwendig ist, dürfen die anderen Mieter nicht erfahren, wer bei ihnen im Haus erkrankt ist“, so Rosenbusch-Bansi. Da es noch keine generellen Reglungen dazu gibt, sei die Situation noch eher unübersichtlich.

Jede Infektion ein Einzelfall

Das weiß auch Kaschlin Butt, Leiterin des Gesundheitsamts in Wiesbaden: „Jede Infektion ist immer als ein Einzelfall zu betrachten. Für einen Infizierten in einem Mehrfamilienhaus in der Innenstadt gelten anders starke Beschränkungen als für jemanden, der in einem Einfamilienhaus am Stadtrand wohnt.“ Wenn jemand infiziert ist, oder mit einem Infizierten in Kontakt war, gelten strenge Auflagen, wie man sich zu verhalten hat. Neben der häuslichen Quarantäne gilt auch ein striktes Kontaktverbot zu anderen Menschen.

„Streng genommen dürften diese eigentlich die Tür gar nicht mehr öffnen. Das lässt sich in der Praxis, etwa wenn jemand Einkäufe vorbei bringt, gar nicht wirklich umsetzen“, so Butt. Auch sei das Gesundheitsamt noch nicht mit allen in Quarantäne befindlichen Personen in Kontakt. Um das zu verbessern, arbeitet das Amt aktuell daran, ein Quarantänemanagement aufzubauen. „Dort sollen klare Richtlinien erarbeitet werden, wo Menschen sich genau hinwenden können, wenn sie in häuslicher Isolation sind. Diese sollen bis Ende der Woche bekannt gegeben werden.

Laut Butt würden die meisten Menschen die Maßnahmen gewissenhaft und gut umsetzen. Falls es jedoch einen Verdacht gebe, dass diese nicht eingehalten werden, könnte es auch Kontrollen geben. Diese sollen möglichst telefonisch oder über Kontaktpersonen erfolgen. (ts)

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