Kontakt zu einem Corona-Positiven: Was passiert, wenn man bereits infiziert war?

Einmal Corona – nie wieder Corona? Diese Rechnung geht Studien zufolge nicht ganz auf, denn: Eine zweite Infektion ist generell möglich.

Kontakt zu einem Corona-Positiven: Was passiert, wenn man bereits infiziert war?

Reinfektion, Antikörpertest, Immunität? Diese Wörter geistern seit Beginn der Corona-Pandemie durch die Medien und sorgen teilweise für ordentlich Verwirrung. Kann man sich erneut mit dem Coronavirus infizieren? Oder schützen Antikörper vor einer zweiten Infektion? Und was passiert, wenn man bereits erkrankt war und dann doch Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatte? Muss man dann trotzdem wieder in Quarantäne? Diese Frage stellte sich einer unserer Merkurist-Leser in seinem Snip.

Die Stadt Wiesbaden verweist in solchen Fällen auf die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI). Und das sagt zum Thema Immunität auf seiner Homepage folgendes: „Zum jetzigen Zeitpunkt ist ungewiss, wie regelhaft, robust und dauerhaft eine Immunität aufgebaut wird“. Im Normalfall besitzen Infizierte am Ende der zweiten Woche nach Symptombeginn Antikörper. Das RKI verweist allerdings auf zwei Studien, die nicht bei allen bereits infizierten Probanden neutralisierende Antikörper gefunden haben, die eine Reinfektion verhindern würden.

Das könnte erklären, warum es aktuell auch immer wieder Fälle von Zweitinfektionen gibt. Das Bundesministerium für Gesundheit wagt auf seiner Corona-Homepage einen Erklärungsversuch und schreibt, dass das an der Anpassungs- und Mutationsfähigkeit des Virus liegen könnte. Wenn sich das Virus stetig verändert, kann es sein, dass sich Menschen tatsächlich erneut infizieren. Über den Krankheitsverlauf bei einer Reinfektion ist bisher noch wenig bekannt.

Da eine Zweitinfektion also nicht auszuschließen ist, müsste die betroffene Person trotz möglicher Antikörper beim Kontakt zu einem Infizierten zunächst also erneut in häusliche Quarantäne. Das zuständige Gesundheitsamt kann nach einer individuellen Befragung über weitere Schritte entscheiden und Maßnahmen empfehlen. Wer einen Antikörpertest wünscht, kann sich außerdem an seinen Hausarzt wenden. Von Antikörpertests aus dem Internet wird eher abgeraten, da sie zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend bewertet werden können. (ts)

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