Muslimische Gemeinde räumt an Neujahr die Straßen auf

Zeichen für Verbundenheit zum Heimatort

Muslimische Gemeinde räumt an Neujahr die Straßen auf

Die Wiesbadener Straßen vom Müll der Silvesternacht befreien, das ist auch in diesem Jahr wieder das Ziel des Jugendverbands der Ahmadiyya Gemeinde an Neujahr. Schon seit 20 Jahren veranstaltet die muslimische Gemeinde ihren Frühjahrsputz in vielen Städten bundesweit am Morgen des 1. Januars.

In Wiesbaden trifft sich der Jugendverband zunächst um 6 Uhr zum gemeinsamen Morgengebet in der Mubarak Moschee in Dotzheim. Nach einem Frühstück gehen die Mitglieder der Gemeinde dann mit Besen und Schippe ausgestattet in die Innenstadt. Von 8:15 Uhr bis 9:15 Uhr befreien sie den Schlossplatz und die Theodor-Heuss-Brücke von abgefeuerten Raketen, Böllern und anderem Müll, der aus der Nacht zurückgeblieben ist.

Mit der Aktion möchten die Jugendlichen ein Zeichen für bürgerschaftliches Engagement und für ihre Verbundenheit zum Heimatort setzen. „Auch im nächsten Jahr möchten wir wieder mit anpacken und bereiten uns bereits jetzt darauf vor“, erklärt Ahmad Kamal, Vorsitzender der Ahmadiyya Muslim Jugendorganisation.


Neben der Frühjahrsputzaktion organisiert die Gemeinde auch viele andere gemeinnützige Projekte. Dazu gehören Charityläufe, Kochaktionen für Obdachlose und Seniorenheimbesuche. Im nächsten Jahr will die Jugendorganisation der Gemeinde außerdem gemeinsam mit dem Roten Kreuz Blutspendeaktionen veranstalten.

Hintergrund

Die Wiesbadener Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde wurde 1976 gegründet. Die Gemeinde ist Partner des Landes Hessen beim Islamunterricht und besitzt als einzige Gemeinde unter den bekennenden Muslimen den Status einer „Körperschaft des öffentlichen Rechts“. Damit ist sie Gemeinschaften wie den beiden großen christlichen Kirchen und den jüdischen Gemeinden gleichgestellt.

2019 hat die Wiesbadener Gemeinde außerdem eine Integrationsvereinbarung unterzeichnet. Gemeinsam mit der Stadt will sie noch mehr Transparenz schaffen, Berührungsängste abbauen und näher in Kontakt mit Wiesbadener Akteuren stehen. Ebenfalls im Oktober eröffnete die Gemeinde mit der Mubarak Moschee in Dotzheim ihr größtes Gotteshaus in ganz Deutschland. (js)

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