Beschicker des Sternschnuppenmarkts bangen um ihre Existenz

Es dauert zwar noch einige Monate, doch die Vorbereitungen für den diesjährigen Sternschnuppenmarkt sind schon in vollem Gange. Einige Standbetreiber machen sich Sorgen um ihren Standplatz, schuld daran ist ein Punktesystem im Vergabeverfahren.

Beschicker des Sternschnuppenmarkts bangen um ihre Existenz

An gebrannte Mandeln, Glühwein und heißen Kakao werden die meisten Wiesbadener zur Zeit wohl keinen Gedanken verschwenden. An Bratwurst vielleicht, aber zu dieser Jahreszeit doch eher vom heimischen Grill und mit Salat anstatt vom großen Rost auf dem Sternschnuppenmarkt. Manche Wiesbadener hingegen haben gerade nichts anderes im Kopf. Denn die Vorbereitung für den nächsten Weihnachtsmarkt laufen schon jetzt auf Hochtouren und damit auch das Ausschreibungsverfahren für die Beschicker.

Einige von ihnen machen sich jedoch nicht nur Gedanken um ihren Stand, sondern fürchten sogar, dass sie ihn dieses Jahr gar nicht aufbauen dürfen. Darunter zum Beispiel die „Vesperhütte Schramm“, die sich laut „Wiesbadener Kurier“ an ihrem Platz am Schloss über Jahre hinweg großer Beliebtheit bei den Wiesbadenern erfreute. Doch damit könnte bei ihnen — und auch bei ein paar anderen alteingesessenen Betreibern — bald Schluss sein.

Zunehmender Platzmangel

Verantwortlich dafür ist, wie Oliver Heiliger, Geschäftsführer der „Wiesbaden Marketing GmbH“, erklärt, die zunehmende Enge auf dem Sternschnuppenmarkt. Durch den Platzmangel sei ein Auswahlverfahren der Standbeschicker notwendig geworden, für das verschiedene Auswahlkriterien gesetzlich festgelegt sind. Grundsätzlich ist erst einmal jeder dazu berechtigt, einen Stand aufbauen zu dürfen, „der dem Teilnehmerkreis der festgesetzten Veranstaltung angehört“, sagt Heiliger. Wenn er alle gesetzlichen Bestimmungen einhält.

Verschiedene Auswahlkriterien

„Zu den Auswahlkriterien gehört insbesondere die Attraktivität des Warenangebots.“ - Oliver Heiliger, Geschäftsführer Wiesbaden Marketing GmbH

Sind die Grundvoraussetzungen erfüllt, geht es an die Details. „Zu den Auswahlkriterien gehören die Attraktivität des Standes, Besonderheiten der Präsentation, die Einhaltung der Bewerbungsfrist und insbesondere die Attraktivität des Warenangebots“, erklärt Heiliger. Und das ergibt sich wiederum aus verschiedenen Merkmalen, die nach einem Punktesystem unterschiedlich gewichtet werden. Dazu zählen:

  • Die Vielfalt des Waren- und Leistungsangebots, also zum Beispiel, ob der Beschicker eine Sorte Wurst oder mehrere anbietet.

  • Die Originalität des Waren-und Leistungsangebots, also zum Beispiel, ob der Betreiber besonders originelle oder kreative Wurstsorten im Sortiment hat.

  • Das Aussehen und die Art des Standes, was in Wiesbaden jedoch eher unerheblich ist, weil alle Stände einheitlich aussehen.

  • Die Besonderheiten der Präsentation, was zum Beispiel bedeuten könnte, dass die Beschicker besondere Kleidung tragen oder Abfallkörbe im Marktdesign aufgestellt haben.

Neu- und Folgeverträge

„Neuvergaben gibt es nur dann, wenn die Laufzeit eines Beschickervertrages endet.“ - Oliver Heiliger, Geschäftsführer Wiesbaden Marketing GmbH

Kommen bei den Bewerbern genügend Punkte zu Stande, wird mit dem Veranstalter — wenn sie zum ersten Mal dabei sind — ein Vertrag über fünf Jahre geschlossen. Folgeverträge laufen dann nur noch zwei Jahre. „Neuvergaben beziehungsweise Neubewerbungen gibt es nur dann, wenn die Laufzeit eines Beschickervertrages endet“, erklärt Heiliger.

Für neue Betreiber ist das zwar eine Chance, alten Beschickern könnte das jedoch die Existenz kosten. Gesetzlich ist das Vorgehen jedoch einwandfrei: Laut Gewerbeordnung darf der Veranstalter, in dem Fall die Wiesbaden Marketing GmbH, aus sachlich gerechtfertigten Gründen, insbesondere wenn der Platz nicht für alle Bewerber ausreicht, einzelne Aussteller, Anbieter oder Besucher von der Teilnahme ausschließen. (ts)

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