Idsteiner campiert vor Schlachthof, um Ticket für „Die Toten Hosen“ zu ergattern

Besondere Ereignisse erfordern besondere Maßnahmen — dachte sich Torsten aus Idstein. Er fasste den Entschluss, die Nacht vor dem Wiesbadener Schlachthof zu verbringen, um Karten für ein Konzert der „Toten Hosen“ zu bekommen.

Idsteiner campiert vor Schlachthof, um Ticket für „Die Toten Hosen“ zu ergattern

„Die Toten Hosen“ werden am 27. Juli ein Konzert im Wiesbadener Schlachthof spielen (wir berichteten). Ein besonderer Auftritt spielen die Düsseldorfer doch sonst nur in den großen Stadien und Arenen der Republik. Besonders ist auch der Ticketvorverkauf: Karten gibt es zunächst nur auf dem Schlachthof-Flohmarkt am 6. Juli. Los geht der Verkauf um 11 Uhr.

Um auf jeden Fall die maximale Anzahl von vier Tickets pro Person mitnehmen zu können, hat sich Torsten Stegmann aus Idstein bereits am Freitagmittag vor dem Verkaufsfenster für die Karten niedergelassen. Und obwohl dort ein Zettel hängt, auf dem „6.7., 11 Uhr“, zu lesen ist, will der 39-Jährige diesen Platz bis Samstagmittag auch nicht mehr verlassen.

„Ich habe diese Woche Urlaub.“ - Torsten

„Ich habe heute Morgen beim Schlachthof auf Facebook von dem Konzert erfahren“, sagt der Idsteiner. Danach habe er sich einen Campingstuhl im Baumarkt gekauft und sei direkt zum Schlachthof gefahren. „Ich habe diese Woche Urlaub, von daher war das gutes Timing.“ Seit 13:30 Uhr ist er schon vor Ort.

Die Zeit verbringt er mit „Warten, Warten, Warten“, wie er sagt. Zwischendurch versorgt er sich mit Essen aus der benachbarten Kneipe „60/40“. Noch ist keine Konkurrenz gekommen. Seinen Platz will Torsten aber nicht mehr aufgeben: „Ich habe mir noch einen Pulli mitgebracht und schlafe vor dem Schlachthof in meinem Campingstuhl“, sagt er und grinst. „Das Wetter passt ja zum Glück.“

„Das nimmt man halt auf sich.“ - Torsten

Fan seit 23 Jahren

Doch auch wenn es geregnet hätte, wäre er vor die Konzerthalle gekommen. „Bei einem anderen Vorverkauf, wo es Karten für ein Konzert in Düsseldorf gab, habe ich das auch gemacht, obwohl es total geschüttet hat. Aber das ist dann halt so, das nimmt man auf sich.“

Torsten nimmt seit 23 Jahren einiges auf sich, um seine Lieblingsband zu sehen. Er war schon bei Konzerten der Punker in ganz Deutschland, Polen und Argentinien. „In den vergangenen drei Jahren ist es etwas weniger geworden, da wir zwei Kinder haben.“ Diese sind aber nun drei Jahre alt, „jetzt kann ich das wieder etwas verstärken.“

Mehr als 50 „Toten Hosen“-Konzerte hat Torsten bereits besucht. Irgendwann hat er aber aufgehört zu zählen. „Früher, so vor 20 Jahren, habe ich auch schon mal eine ganze Tour mitgenommen, war dann auf 20 Konzerten nacheinander in ganz Deutschland.“

Besonderer Ort

„Ich glaube, dass heute Abend noch mehr Fans kommen.“ - Torsten

Dass die Band im — für ihre Verhältnisse — kleinen Schlachthof auftritt, freut den Punk-Fan: „Das ist ja eine totale Ausnahme. Das Kleine, diese Enge, das macht nochmal was. Da merkst Du, dass die Band für die Musik lebt und dass sie auch total Spaß daran haben und einfach explodieren.“ Sonst, so sagt er, würde er auch nicht die lange Wartezeit auf sich nehmen.

Wenn am Samstag um 11 Uhr das Kassenhaus öffnet, wird Torsten in jeden Fall der Erste sein, der vier der begehrten Karten erwirbt. „Ich glaube aber, dass heute Abend bestimmt noch ein paar mehr Fans dazukommen werden“, sagt er. Spätestens aber zum Flohmarkt am Samstag wird es dann mit Sicherheit richtig voll auf dem Gelände werden. (js)

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